{"id":22,"date":"2018-03-23T16:56:36","date_gmt":"2018-03-23T16:56:36","guid":{"rendered":"https:\/\/sven-decker.de\/?page_id=22"},"modified":"2023-01-19T21:12:58","modified_gmt":"2023-01-19T20:12:58","slug":"presse","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sven-decker.de\/?page_id=22","title":{"rendered":"Presse"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><b><strong>Sven Decker\u2018s JULI Quartett &#8222;Lost in Poll&#8220; (GDM11)<\/strong><\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">\u201eUnverhofft kommt oft.<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #000000;\">Der umtriebige, innovative Saxophonist und Klarinettist Sven Decker ist ein Musiker, der auch den gl\u00fccklichen Zufall beim Schopf zu fassen wei\u00df. Bei Renovierungsarbeiten in einem K\u00f6lner Proberaum lernt er im Juli 2017 die Kollegen Conrad Noll, b, und Jo Beyer, dr, sowie die Kollegin Heidi Bayer, tp, flh, kennen. Beim Ausprobieren des Proberaums stellte sich dann heraus, dass auch das gemeinsame Musizieren ausbauf\u00e4hig war. Flugs komponierte Sven Decker neues Material f\u00fcr die neue, im Grunde ziemlich klassische Besetzung. Ein Dreivierteljahr sp\u00e4ter spielten die Vier live im K\u00f6lner LOFT.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Den Aufnahmen ist die <strong>Frische<\/strong> der unerwarteten Begegnung, die <strong>Unbefangenheit des Miteinanders<\/strong> und die Spontaneit\u00e4t der Ursprungssituation bei aller Gewandtheit des \u00fcber die Monate gefundenen Miteinanders unmittelbar anzumerken, nicht allein z.B. im flotten \u201eBlues from the Hill\u201c, der die Scheibe an beste Bebop-Tradition ankn\u00fcpfend er\u00f6ffnet, sondern auch in den markigen \u201eDialects\u201c, dem zunehmend unruhigen \u201eRestless\u201c, dem kraftvollen Titelst\u00fcck sowie den abwechslungsreichen \u201eFlavours\u201c.<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #000000;\"><strong>Konzentrierter zeitgen\u00f6ssischer Jazz mit Frische und Finesse<\/strong>! Wie\u00b4s der Zufall wollte.\u201c<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #000000;\">(Tobias B\u00f6cker: Jazzpodium Okt.\/Nov. 2018)<\/span><\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #000000;\">\u201eEinen Namen, den man sich merken muss: Heidi Bayer. <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">So heisst die Trompeterin im neuen JULI Quartett unter der Leitung des in K\u00f6ln lebenden Saxofonisten und Bassklarinettisten Sven Decker. Im Sommer 2017 trafen Bayer und Decker zuf\u00e4llig aufeinander, als sie mit Conrad Noll (Bass) und Jo Beyer (Drums) einen Proberaum in K\u00f6ln entr\u00fcmpelten und sp\u00e4ter renovierten, den sie eigentlich jeder f\u00fcr sich nutzen wollten. Doch dann spielte man eine erste Jamsession und stellte fest, dass die sprichw\u00f6rtliche Chemie untereinander stimmte. Und man blieb fortan als Quartett zusammen, das nun das Album \u201eLost in Poll\u201c ver\u00f6ffentlicht hat. Darauf zu h\u00f6ren sind zumeist <strong>kantige und schruntige<\/strong>, von Decker geschriebene <strong>Themen<\/strong>, die zum Ausgangspunkt f\u00fcr die Improvisationskunst der vier Musiker werden. Und da kommt Bayer wieder ins Spiel: Denn es ist eine Freude, in ihren Chorussen dem modulationsintensiven Ton ihrer Trompete zuzuh\u00f6ren, sich von der Farbvielfalt ihres Klangs bet\u00f6ren zu lassen und ihrer eloquenten Phrasierung zu folgen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Dass das <strong>eine Reverenz an den ikonoklastischen Free Jazz eines Ornette Coleman<\/strong> ist, versteht sich fast von selbst (Green Deer Music)\u201c<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">(Martin Laurentius: Jazzthing Sept.\/Okt. 2018)<br \/>\n<\/span><\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #000000;\">&#8222;Jeder hat seine Wurzeln. Die von Sven Decker\u00b4s JULI Quartett liegen im Bebop, und manchmal scheint es auch, als h\u00e4tten sich die vier auch den Post Free Jazz zu Eigen gemacht. Sie kokettieren mit Floskeln aus den 50ern und drehen diese so geschickt um, dass neue St\u00fccke voller Witz entstehen. Mal n\u00e4hern sie sich dem Tango, mal einer Brassband, mal collagieren sie Kl\u00e4nge zwischen Free und Hard Bop, mal grooven sie wie eine Bigband. Sie vermengen <strong>Blubbersounds<\/strong> und <strong>packende Grooves<\/strong> oder <strong>l\u00f6sen gerade noch bestehende Strukturen in Chaos auf<\/strong>. Stets <strong>schwanken<\/strong> sie <strong>zwischen Humor<\/strong> <strong>und virtuoser Ernsthaftigkeit<\/strong>. Bei ihnen bleibt nichts, wie es ist- alles wird anders, als es zu erwarten war.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><strong>Das Album anzuh\u00f6ren ist ein Riesenvergn\u00fcgen<\/strong>.&#8220;<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #000000;\">(Werner Stiefele: Audio Sept. 2018)<\/span><\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #000000;\">\u201e&#8230; Dass man deutlich gewitzter Modern Mainstream deklinieren kann, zeigt Sven Decker\u00b4s JULI Quartett auf \u201eLost in Poll\u201c (Green Deer Music\/ CDbaby GDM11), wo der satt von Conrad Noll (b) und Jo Beyer (dr) geerdete Bandleader an Tenorsax und Klarinetten pr\u00e4chtig mit der Trompeterin Heidi Bayer mal quirlig, mal gef\u00fchlvoll parliert. <strong>Fabelhafter K\u00f6lscher Kl\u00fcngel voller Saft und Kraft- eine feine Trouvaille.\u201c<\/strong><br \/>\n<\/span><span style=\"color: #000000;\">(Sven Thielmann: Hifi &amp; Records 2018)<\/span><\/p>\n<hr>\n<p>\u201eDie Musik muss brennen\u201c, hei\u00dft ein Leitsatz von Sven Decker. Wie nun auf der CD \u201eLost in Poll\u201c, die der K\u00f6lner Saxofonist und Klarinettist mit seinem frisch formierten \u201eJuli Quartett\u201c eingespielt hat. Alle Kompositionen stammen aus Deckers Feder und lassen sich dem zeitgen\u00f6ssischen New Jazz zuordnen: Neben Momenten freien Improvisierens gibt es <strong>Reminiszenzen an die Tradition mit swingenden, bebopigen oder rockigen Mustern<\/strong>, die freilich frech gegen den Strich geb\u00fcrstet sind. Pfiffig werden H\u00f6rerwartungen get\u00e4uscht, selbst Fundamentales scheint permanent im Wandel. So vermittelt das vital aufspielende Juli Quartett tats\u00e4chlich musikalische Eindr\u00fccke des <strong>Brodelns, Loderns und \u201eBrennens\u201c<\/strong> und h\u00e4lt die Spannung \u00fcber die lange Distanz hellwach. Neben Conrad Noll (Bass) und Jo Beyer (Schlagzeug) schart der geb\u00fcrtige Saarl\u00e4nder Decker in dem feurigen Vierer auch die Trompeterin Heidi Bayer um sich, eine Bl\u00e4serkollegin auf Augenh\u00f6he.&#8220;<br \/>\n(Stefan Uhrmacher: Saarbr\u00fccker Zeitung 2018)<\/p>\n<hr>\n<p>Gemeint sind nicht etwa die Kritiker- Polls des Downbeat, Lost in Poll bezieht sich auf den K\u00f6lner Stadtteil. Dort trafen sich im Sommer letzten Jahres Saxofonist Sven Decker, Trompeterin Heidi Bayer, Bassist Conrad Noll und Schlagzeuger Jo Beyer. Man war sich sympathisch, man spielte miteinander, man blieb zusammen und nahm im Mai 2018 schliesslich dieses Album auf, f\u00fcr das Decker neun Songs speziell f\u00fcr diese Besetzung geschrieben hat.<br \/>\nDie gemeinsame Auffassung von Ordnung und Unordnung- wie es so sch\u00f6n in den Liner Notes hei\u00dft-, die sich in der Musik niederschl\u00e4gt, haben die Musiker schon bei der Aufr\u00e4umaktion, bei der sie sich urspr\u00fcnglich begegnet sind, festgestellt. Und so zeichnet das Quartett ein <strong>feinsinniger, transparenter Sound<\/strong> aus- Decker spielt auch Klarinette und Bassklarinette, Bayer Fl\u00fcgelhorn-, der vom Loft-Aufnahmeleiter Christian Heck vorz\u00fcglich eingefangen wurde; gemischt und gemastert wurde Lost in Poll von Markus Braun.<br \/>\nBeyer ist zudem ein toller Schlagzeuger, der die<strong> stolpernden Beats<\/strong>, die dem l\u00e4ngsten St\u00fcck des Albums, \u201eFulton- Shoes\u201c, seine <strong>rhythmische Pr\u00e4gnanz<\/strong> verleihen, mit <strong>Frische und Vitalit\u00e4t<\/strong> erf\u00fcllt.<br \/>\nUnd da jetzt schon fast alle Musiker erw\u00e4hnt wurden, soll auch noch eine Lanze f\u00fcr den Bassisten gebrochen werden: Conrad Noll ist ein zuverl\u00e4ssiger Arbeiter im Weinberg der Deckerschen Breaks und Beats, die schon mal ziemlich <strong>komplex und hakelig<\/strong> daherkommen.<br \/>\n(Rolf Thomas: Jazzthetik Nov.\/Dez. 2018)<\/p>\n<hr>\n<p>\u201eWenn man aufr\u00e4umt, sortiert man aus, ordnet Material, entscheidet, was noch brauchbar oder in einem anderen Kontext verwendbar ist. Bei solcher Gelegenheit entstand Sven Decker\u00b4s Juli Quartett mit dem Votum, ein Projekt zu wagen. Man machte sich Gedanken, gar, \u201eLost in Poll\u201c, strengte also den Kopf an, sodass zun\u00e4chst unisono Minimalfiguren von Trompete und Klarinette staccato auf wuchtige Bass\u00b4n\u00b4Drum- Antworten prallen, um dann zu lyrischer Einigung zu gelangen. Die auch \u00fcber \u201eDialects\u201c m\u00f6glich ist, indem ein gravit\u00e4tisches Tango-Motiv so verz\u00f6gert wird, dass es Heidi Bayer, von Sven Decker an der Bassklarinette in markanten Einzelt\u00f6nen begleitet, mit halb gedr\u00fcckten Ventilen modifizieren und mit Conrad Noll zu einem Bass- Repetitivum mit balladesken Doppelimprovisationen an Trompete und Tenorsax in verschobenen Parallelen und Bass-Glissandi, w\u00e4hrend die \u201eRed Cheeks\u201c auf dynamischen Rock\u00b4n\u00b4Roll\/ Hardbop hindeuten. Au\u00dferdem erinnert sich das Quartett um \u201e7:30 a.m.\u201c an spirituelle Momente in Form eines dissonanten Chorals, der allerdings durch ein Purgatorium aus Rock-Groove, Sax- Arpeggios und freien Passagen geschickt wird. Sowohl stilistisch als auch in den nach Rollen gesplitteten Arrangements findet so eine <strong>kollektive Stimmabgabe statt, die aus individueller Materialverwertung eine sinnvoll geordnete Klang\u00e4sthetik erreicht.<\/strong><br \/>\n<strong>Ein verbl\u00fcffend kreativer Aufr\u00e4umprozess<\/strong>.\u201c<br \/>\n(Hans-Dieter Gr\u00fcnefeld: SONIC Nov.\/Dez. 2018)<\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><b><span style=\"font-size: large;\"><strong><br \/>\n<\/strong><\/span><\/b><strong><span style=\"font-size: large;\"><span style=\"color: #000000;\">Sven Decker\u2018s TRANSPARENCY &#8222;Sepia&#8220; (GDM07)<\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p>Der K\u00f6lner Saxofonist Sven Decker ist eigentlich ein hageres Kerlchen &#8211; auf dem treffend betitelten Opener \u201eNo Boundaries\u201c bl\u00e4st er sein Tenor aber so muskul\u00f6s, dass man nicht wei\u00df, wer hier wen vor sich her treibt: Die vorz\u00fcgliche \u201erhythm section\u201c aus Matthias Akeo Nowak (Bass) und Etienne Nillesen (Schlagzeug) den Saxofonisten oder umgekehrt. Dass man dieses \u201ehigh energy\u201c-Powerplay nicht \u00fcber ein ganzes Album halten kann, ist klar und auch gar nicht w\u00fcnschenswert. Und so ergeht Decker, der sonst in Bands wie Ohne 4 gespielt drei, Feinkost Decker oder The Bliss zu h\u00f6ren ist, sich in seinem Trio in sich behutsam steigernden Exerzitien (\u201eThe Tooth Is Loose\u201c) oder einer seinem Schlagzeuger viel Raum gebenden Nummer namens \u201eThe Marching Drummer\u201c. Das transparente Spiel der drei Musiker weist jedenfalls so viele Ecken, Kanten und \u00fcberraschende Wendungen auf, dass es immer spannend bleibt.<br \/>\n(Rolf Thomas, Jazzthing)<\/p>\n<hr>\n<p>\u201cDer Beginn spielt mit der Erwartung: Dichte Tonfolgen, viele Noten, \u201cNo Boundaries\u201d, schnell, offensiv, kraftvoll. Das ist aber nur der Anfang, sozusagen die dann immer st\u00e4rkerentschleunigte Ausgangsposition f\u00fcr das, was Sven Decker mit Transparency im neuen Trio verfolgt: \u201c Reduktion an Klangdichte bei gleichzeitig maximaler Intensit\u00e4t und Transparenz in der Gestaltung melodischer und kompositorischer Stilmittel\u201d. Schon die \u201cOld friends\u201d reduzieren sich auf eine kaum sp\u00fcrbare, leise Melodielinie, in der der gestrichene Bass von Matthias Akeo Nowak und ein hingetupftes Schlagzeug von Etienne Nillesen nach dem Glockenspiel das f\u00f6rmlich hingehauchte Saxophon begleiten. Zwei Pole, zwischen denen sich die CD abspielt, eckig und kantig wie in \u201cThe tooth is Loose\u201d, \u201cFelix\u201d oder \u201cThe marching drummer\u201d, sph\u00e4risch wie in \u201cEtienne\u201d, \u201cAkeo\u201d und dem auf der Melodica gespielten \u201cLonging\u201d romantisch wie im Titelst\u00fcck \u201cSepia\u201d, immer reduziert auf das Wesentliche im Vertrauen auf die offenliegende Kraft der nicht gespielten Noten: Weniger ist mehr.\u201d<br \/>\n(Tobias B\u00f6cker, Jazzpodium Dezember 2014\/ Januar 2015)<\/p>\n<hr>\n<p>&#8222;K\u00f6ln.&nbsp; Katrin Scherer und Sven Decker stammen aus dem Saarland und leben in K\u00f6ln. 2007 hoben die an der Essener Folkwang-Hochschule ausgebildeten Saxofonisten das Label Green Deer Music aus der Taufe, um experimentellen Jazz aus eigener Produktion und Feder zu ver\u00f6ffentlichen.&nbsp; Nach CDs ihrer Combos Feinkost Decker, Ohne 4 gespielt drei, U.F.O und The Bliss pflegen Scherer und Decker nun mit zwei aus der K\u00f6lner Szene rekrutierten Trios das Prinzip des Weniger-ist-mehr.&nbsp; Scherers neues \u201eMomentum\u201c-Projekt ist konsequent auf drei Instrumente reduziert: Die Musikerin beschr\u00e4nkt sich auf das Altsaxofon und erspielt mit dem E-Pianisten Benjamin Schaefer und Schlagzeuger Christian Thom\u00e9 immer wieder \u00fcberraschende Soundtableaus einer Bandbreite von opulent und furios bis sparsam und vertr\u00e4umt.&nbsp;&nbsp; Sven Decker&#8217;s Transparency verzichtet komplett auf ein Harmonieinstrument:&nbsp; Auf dem Album \u201eSepia\u201c jazzen Decker (Tenorsaxofon, Klarinette, Melodica, Glockenspiel), Matthias Nowak (Kontrabass) und Etienne Nillesen (Schlagzeug)&nbsp; mit mitrei\u00dfender klanglicher und emotionaler Dichte und lassen auch filigrane Momente nicht zu kurz kommen.&#8220;<br \/>\n(Stefan Uhrmacher, SZ)<\/p>\n<hr>\n<p>\u201cMomente spontaner Eingebung brauchen musikalische Strukturen, damit \u201cTransparency\u201d entsteht ud Ohren den Improvisationen folgen k\u00f6nnen. Dieses Prinzip ist dem Multiinstrumentalisten und Komponisten Sven Decker bewusst. Deshalb organisiert er im Trio mit Akeo Nowak (Bass) und Etienne Nillesen (Drums) Klangprozesse wie vielschichtige kurze Erz\u00e4hlungen. Etwa in \u201cSepia\u201d- Tinktur als dunkles Seufzermotiv an der Klarinette, das sich \u00fcber minimalistischen Bass- und Drumbesen- Akzenten zur virtuos-expressiven Elegie formt. Manchmal haben die Miniaturen \u201cNo Boundaries\u201d, wechseln unstet den Duktus, indem ein flippiges Tenorsax gegen einen stoisch-sonoren Basspart und rockigen Schlagzeug-Groove aneckt. Allm\u00e4hlich sich steigernde Ereignisdichte weist darauf hin, dass \u201cThe Tooth is Loose\u201d beim wackeligen Final-Thema herausf\u00e4llt. Parallelen von scharfen Bass-und Melodica-Akkorden bekommen im \u201cLonging\u201d- Crescendo ihr intensives Gef\u00fchl.&#8220;The marching Drummer\u201d trommelt sich durch Jazzrockmuster, \u201cAkeo\u201d umkreist ein Basismotiv im Bass-Solo mit meditativen Bewegungen und \u201cSven\u201d n\u00e4hert sich \u00fcber gehauchten T\u00f6nen und Multiphonics einem Jazzriff.<\/p>\n<p>Das ist charakterstarke Klangprosa.\u201d<\/p>\n<div>\n<p>(Hans-Dieter Gr\u00fcnefeld- Hifi&amp; Records 1\/ 2015)<\/p>\n<hr>\n<\/div>\n<p>Sven Decker \u2013 Tenor Sax, Bass Klarinette, Klarinette, Melodica, Glockenspiel<br \/>\nMatthias Akeo Nowak \u2013 Bass<br \/>\nEtienne Nillesen \u2013 Drums<\/p>\n<p>Vor kurzem schickte mir Sven Decker seine neue CD Transparency Sepia.<\/p>\n<p>Mit Matthias Akeo Nowak am Bass und Etienne Nillesen an den Drums hat sich Sven Decker zwei hervorragende Improvisationsmusiker und Techniker geholt und das Loft ist nat\u00fcrlich f\u00fcr seine Aufnahmequalit\u00e4t bekannt.<\/p>\n<p>Das erste St\u00fcck \u201eNo Boundaries\u201c trifft erst mal voll in die 12. Es wird alles gegeben und das Gef\u00fchl Grenzen \u00fcberschreiten zu wollen und es auch zu tun, kommt voll durch. Es klingt wie jetzt fahre ich los und Sven Decker verlangt seinem Saxophon gleich alles ab. Tolle Skalen und L\u00e4ufe und ein Bassist der alles zu spr\u00e4ngen droht. Etienne Nillesen kennt keine Skrupel, rei\u00dft alle mit und alle drei spielen das St\u00fcck fast bis zum Zerrei\u00dfen.<\/p>\n<p>Das zweite St\u00fcck, voller Z\u00e4rtlichkeit und wohl eine Homage an alte Freunde die mit des Weges gegangen sind.<\/p>\n<p>Es ist aber auch ein Zeichen f\u00fcr die Vielfalt von Sven Deckers Kompositionsm\u00f6glichkeiten. Der Rahmen umspannt hemmungslose Energie bis zur Empfindungsgabe die schon ber\u00fchrend ist.<\/p>\n<p>Teilweise Sph\u00e4rische Kl\u00e4nge bringen den H\u00f6rer in andere Welten und irgendwann l\u00e4sst du dich von der Musik treiben.<\/p>\n<p>\u201eSepia\u201c hier brillieren alle drei in einem Dialog und das Klarinetten Spiel von Sven Decker ist einzigartig. Manchmal frage ich mich, spielt er oder spricht er durch die Klarinette. Wenn man ihm zuh\u00f6rt kann man eigentlich schon verstehen was er sagen will. Sein Ton hat jedenfalls eine herrliche Sch\u00f6nheit und Reife.<\/p>\n<p>Etienne Nillesen, zerlegt und setzt alles wieder zusammen. Ein Teppich auf dem Solisten sich tragen lassen k\u00f6nnen und Etienne nicht nur den Rhythmus spielt, sondern mitspielt und alles zu einem Ganzen wachsen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>\u201eAkeo\u201c und der Bass. Wenn jemand ein Gedicht mit einer Erz\u00e4hlung vortragen muss so kann es nicht anders klingen. Akeo h\u00f6rte ich mir gleich mehrmals hintereinander an. Ich habe einen Freund der \u00fcber Jimmy Garrison mal sagte \u201eDer kann ja mit seinem Bass-Spiel Panzerschr\u00e4nke knacken\u201c und ich glaube das kann Akeo Nowak auch. Um das so Gef\u00fchlvoll und eindringlich zu spielen, bedarf es viel Kraft um die Seiten so klingen zu lassen wie er es will.<\/p>\n<p>Das St\u00fcck \u201eSven\u201c, ein Selbstportr\u00e4t. Es beinhaltet alle seine F\u00e4higkeiten sich durch das Saxophon zu pr\u00e4sentieren. Ein Spektrum an Klangfarben wie ein Bilderreigen. 3 Minuten und 25 Sekunden sagen alles was wichtig ist.<\/p>\n<p>Man kann Sven Decker, Akeo Nowak und Etienne Nillsen zu dieser Einspielung nur gratulieren. Es steckt so viel in diesen St\u00fccken dass man diese mehrmals h\u00f6ren muss und immer wieder Neues h\u00f6rt. Es ist ein Ganzes und in sich abgeschlossenes Werk.<\/p>\n<p>Kurt Rade (\u201cVirgin Jazz Face\u201d Januar 2015)<\/p>\n<p><a href=\"#Anchor-3800\">nach oben<\/a><\/p>\n<p><a id=\"timetrial\" name=\"timetrial\"><\/a><a href=\"#Anchor-44867\"><span style=\"color: #000000; font-size: large;\"><strong>Ohne 4 gespielt drei: Time Trial (GDM 05- V\u00d6 M\u00e4rz 2012)<\/strong><\/span><span style=\"color: #bf3d3d; font-size: medium;\"><strong><br \/>\n<\/strong><\/span><\/a><a href=\"#Anchor-Ohne-33869\"><span style=\"color: #bf3d3d; font-size: medium;\"><strong><br \/>\n<\/strong><\/span><\/a><span style=\"color: #bf3d3d; font-size: medium;\"><strong><br \/>\n<\/strong><\/span><span style=\"color: black; font-size: medium;\">Heiterkeit und schr\u00e4ge Sounds<br \/>\nOhne 4 gespielt drei \u2013 Das saarl\u00e4ndische Experimentaltrio steigert sich mit dem neuen Album \u201eTime Trial\u201c<\/span><\/p>\n<p>\u201eIn Jazzkreisen ist es l\u00e4ngst bekannt: Hinter dem kuriosen Nenner Ohne 4 gespielt drei verbergen sich Katrin Scherer (Saxofone), Sven Decker (Tenorsaxofon, Bassklarinette) und Bernd Oezsevim (Schlagzeug).<br \/>\nIn konstanter Regelm\u00e4\u00dfigkeit ver\u00f6ffentlicht das 2003 formierte Experimentaltrio Alben. Dass diese keinesfalls Gefahr laufen, zu Routine\u00fcbungen zu verkommen, unterstreicht die dritte CD &#8222;Time Trial&#8220; (Green Deer Music). Im Gegenteil: Unter heiteren \u00dcberschriften wie &#8222;Wolpertinger&#8220; und &#8222;Fr\u00fcher war mehr Lametta&#8220; (Zitat nach Loriots Opa Hoppenstedt) fahren die aus dem Saarland stammenden Folkwang-Absolventen wieder nach allen Regeln der Kunst funkige Grooves und bebopige Bl\u00e4serl\u00e4ufe gegen die Wand. Au\u00dferdem ergehen sie sich in knatternden Staccati, bauen unorthodoxe Instrumente (unter anderem eine Melodica) ein und erschaffen schr\u00e4ge Soundkollagen. Ohne an Frische und \u00dcberraschungswert einzub\u00fc\u00dfen, wirkt der &#8222;Ohne 4 gespielt drei&#8220;-Newjazz heute freilich konzentrierter und kommt immer zwingender auf den Punkt.\u201c uhr<\/p>\n<p>(Stefan Uhrmacher,<strong> SZ Januar 2012<\/strong>)<\/p>\n<hr>\n<p>\u201eBeweglich, beh\u00e4nde, bissfest: Was Katrin Scherer, Sven Decker und Bernd Oezsevim an Saxophonen, Klarinetten und Schlagzeug auf ihrer dritten CD nach \u201eDebut\u201c und \u201eA40\u201c bieten, verdichtet den bisherigen Ansatz noch einmal zugunsten kompakter, durchdachter, dabei sehr lebendig ineinander verschachtelter Linienf\u00fchrung, variabler Ausgestaltung der Kompositionen in differenzierter Improvisationskunst und \u00fcberaus transparenter Klanglichkeit. In einerseits streng durchgespielter Notation, andererseits kreative Freiheit weidlich auskostender Entdeckerfreude setzen die Drei in unmittelbar auf den Punkt kommendem, zupackendem Sound ein erneut spannendes Signal, wie erfrischend zeitgen\u00f6ssischer Jazz mit K\u00f6pfchen alle m\u00f6glichen All\u00fcren einfach so davon blasen kann.\u201c<\/p>\n<p>(Tobias B\u00f6cker, <strong>Jazzpodium April 2012<\/strong>)<\/p>\n<hr>\n<p>\u201e&#8230; In den zehn erneut von Scherer und Decker geschriebenen St\u00fccken zeigt sich auch eine Reduktion auf das Wesentliche: Man ist weg von der Elektronik und konzentriert sich jetzt auf die Klangfarben der \u201eanalogen\u201c Instrumente&#8230;\u201c<br \/>\n\u201e&#8230; Und obwohl die Originalkompositionen der beiden nichts von ihrer Sperrigkeit, Kompromisslosigkeit und Unkonventionalit\u00e4t verloren haben, sind die Improvisationsmusik und das Zusammenspiel der Drei noch n\u00e4her dran am Spirit des Jazz&#8230;\u201c<\/p>\n<p>(Martin Laurentius, <strong>Jazzthing April\/Mai 2012<\/strong>)<\/p>\n<p>_____________________<\/p>\n<p><strong>Kreativit\u00e4t, die \u00fcberzeugt<\/strong><\/p>\n<p>Ihre Musik geh\u00f6rt vielleicht zu jenen Sch\u00e4tzen, die nicht mit dem Blick auf gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Publikumserfolg geschaffen werden. Immerhin hat man in der Mannheimer &#8222;Klapsm\u00fchl'&#8220; entschieden, ihr Konzert wegen Publikumsmangel etwas zu verk\u00fcrzen. Doch weder befinden sich der Saarl\u00e4nder Saxofonist Sven Decker und seine Holzbl\u00e4ser-Kollegin aus K\u00f6ln, Katrin Scherer, in dieser Hinsicht in schlechter Gesellschaft -siehe andere Avantgardisten der Kunst -, noch spielen sie langweilige Musik. Im Gegenteil.<br \/>\nEtliche Stilwechsel<br \/>\nZusammen mit dem sehr pr\u00e4zise und einfallsreich trommelnden Bernd Oezsevim aus Berlin spielt das Trio &#8222;Ohne 4 gespielt 3&#8220; in jeder Hinsicht au\u00dfergew\u00f6hnliche Musik. Und das ist positiv gemeint. Ob Metrenwechsel, Genre-Br\u00fcche, agogische Finessen oder ungew\u00f6hnliche Instrumentierungen &#8211; alle Eigenkompositionen sind f\u00fcr sich durchaus reizvoll. Dabei ist das Material, das sich mehrheitlich aus den St\u00fccken der letzten CD &#8222;Time Trial&#8220; zusammensetzt, nicht nur f\u00fcr den H\u00f6rer sehr anspruchsvoll. Mit mehrstimmig komponierten Themen, wie in &#8222;Up &amp; Download&#8220; von Decker oder in Scherers &#8222;Fenster zum Garten&#8220;, in dem ein Glockenspiel-Ostinato mit dem filigranen Perkussionsspiel Oezsevims gepaart wird, beeindruckt das Trio ebenso wie im Up-Tempo-Titelst\u00fcck der CD mit etlichen Stilwechseln.<br \/>\nGerade im Jazz, der so viele neue Entwicklungen hervorgebracht hat, kann man sich den Luxus popul\u00e4rer Seichtheit ohnehin nicht leisten. Dass &#8222;Ohne 4 gespielt 3&#8220; nun mit ihrem neuen Konzept aus kammermusikalischer- und improvisierter Individualit\u00e4t erst ihr Publikum \u00fcberzeugen m\u00fcssen, ist der Preis f\u00fcr ihre Kreativit\u00e4t. Und davon hat das Trio viel im Gep\u00e4ck. Ein kleiner Mangel liegt jedoch im fehlenden Bass. Zu h\u00f6henlastig kommt ihr magerer Sound manchmal aus den Lautsprechern. Und das liegt an der sehr sparsamen Instrumentierung. Kreativit\u00e4t darf manchmal auch etwas opulenter klingen.<\/p>\n<p>(Andreas Ahlemann, <strong>Mannheimer Morgen, 31.03.2012<\/strong>)<\/p>\n<hr>\n<p>\u201e Manchmal glaubt man, Katrin Scherer und Sven Decker w\u00fcrden sich beim Spielen immer wieder selbst \u00fcberraschen- wenn sie etwa in \u201eWolpertinger\u201c an Bariton- und Tenorsaxofon Haken schlagend umeinander wuseln. Kein Bass, kein Klavier- das ist immer noch das Alleinstellungsmerkmal des Trios mti dem schr\u00e4gen Namen und bedeutet eine Menge Arbeit f\u00fcr Schlagzeuger Bernd Oezsevim, der den beiden Bl\u00e4sern den Boden bereitet und immer zur Stelle ist, wenn es hei\u00dft, in eine neue Richtung zu abzubiegen oder einfach einen satten Groove zu zimmern.<\/p>\n<p>Was da alles m\u00f6glich ist, wird exemplarisch im Titeltrack deutlich: Altsaxofon und Bassklarinette ergeben fein aufeinander abgestimmte Kontraste, zwischendurch greift Decker jedoch zur Melodica, jenem Kinderinstrument, das mit seinem qu\u00e4kendem Sound zum Schrecken vieler Elternpaare geworden ist, und f\u00fchrt das St\u00fcck so auf v\u00f6llig neues Gel\u00e4nde. Ein feines Swingschlagzeug l\u00e4sst dagegen den \u201eHusarenritt\u201c zu einem echten Ohrwurm werden. Decker und Scherer verstehen es, sich gegenseitig in Szene zu setzen, brauchen daf\u00fcr aber auch den st\u00e4ndigen Austausch. \u201eFr\u00fcher war mehr Lametta\u201c, hie\u00df der Sto\u00dfseufzer von Opa Hoppenstedt, bei Ohne 4 gespielt drei ist es ein fein hingetupfter Hindernislauf aus sich gegenseitig \u00fcberlagernden Rhythmen, bei dem man nie genau wei\u00df, wo es melodisch als N\u00e4chstes hingehen soll.<br \/>\nGerade das macht den Reiz dieser Band aus- und ein atmosph\u00e4risches Irrlicht wie \u201eFenster zum Garten\u201c, bei dem aus einem einsam vor sich hin dengelnden Glockenspiel und gestrichenen Becken sich allm\u00e4hlich eine sch\u00fcchterne Melodie erhebt, zeigt, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist.\u201c<\/p>\n<p>(Rolf Thomas, <strong>Jazzthetik Mai\/ Juni 2012<\/strong>)<\/p>\n<hr>\n<p>(By JERRY D\u2019SOUZA, <strong>\u201eAll About Jazz\u201c Mai 2012<\/strong>)<\/p>\n<p>Ohne 4 gespielt drei is a trio of improvisers active on the improvised jazz scene in K\u00f6ln and Berlin. All three lived in the Ruhr area before saxophonists Katrin Scherer and Sven Decker moved to K\u00f6ln, while drummer Bernd Oezsevim took up residence in Berlin. They make for perfect cohorts through an intuitive understanding that processes the inner workings of a composition for a satisfying resolution.<br \/>\nScherer and Decker complement each other as they kindle a composition through a judicious balance of sound and silence. They make \u201cThe Move\u201d on a melodic escarpment, with Scherer on baritone saxophone and Decker on tenor. The two saxophones forge a bright path underlined by a crisp beat set by Oezsevim. When the air dissipates, the two saxophonists get into some call-and-response before harkening back to the melody. Change is rife, as Decker uses his horn to add depth before exploding into free terrain all the while counterpointed by the baritone. Shape shifts but the body is compact and compelling.<br \/>\nThe mood and tone are different on \u201cWarteschleife,\u201d a breathy, shimmering ode that unfurls in soft folds. This does not draw from the innate intensity that Scherer and Decker invest\u2014the lines taut, yet filled with an indelible emotional presence. The tune is made all the more attractive thorough the varied hues with which Oezsevim textures the rhythm.<br \/>\n\u201cUp &amp; Download\u201d is effervescent, the two horns dancing in unison, with long lines interspersed by short bursts. The greater thrust, and so the impact comes from the free-wheeling jaunts of Decker and Scherer, who use the glockenspiel to drop liquid notes into the once molten mix.<br \/>\nThe trio is comfortable in both giving a theme its due and finding ways to add physical and spatial dimension. Invention thus becomes a rational exponent of composition giving their sound a certain attraction.<\/p>\n<hr>\n<p>Immer wieder gibt es junge Bands, die zwar die Regeln der Improvisation kennen und alle musikalischen Grundregeln, aber gerne ihren eigenen Weg gehen, nicht irgendwelchen Vorbildern nacheifern, um ja nicht die richtige kommerzielle Ebene zu verpassen. Ein solches Ensemble ist das Trio Ohne 4 gespielt drei, offensichtlich 3 Skat- Freunde: Katrin Scherer, Alt- und Baritonsaxophon und mehr, Sven Decker, Tenorsaxophon und Bassklarinette und Bernd Oezsevim, Schlagzeug.<\/p>\n<p>Seit neun Jahren gibt es das schon in der Besetzung nicht allt\u00e4gliche Trio. Etliche Jahre haben sie in Essen gelebt, studiert und gearbeitet. Nun hat es sie nach K\u00f6ln gezogen und vor Kurzem haben sie ihre dritte CD ver\u00f6ffentlicht. Die kommerziellen Probleme, ein Label zu finden, haben sie elegant umschifft, in dem sie das eigene, Green Deer Music, gegr\u00fcndet haben. Und die Musik?<br \/>\nZun\u00e4chst st\u00f6\u00dft man auf einen ziemlich aussergew\u00f6hnlichen Sound der beiden Saxophone, die sich durch h\u00f6chst einfallsreiche Ges\u00e4nge abwechseln. Die Saxophonstimmen sind f\u00fcr sich genommen nat\u00fcrlich nicht au\u00dferirdisch, aber in dem Zusammenwirken liegt das Besondere dieses Trios.<br \/>\nDer Schlagzeuger schafft im Hintergrund eine Basis, die gro\u00dfe Bilder entstehen l\u00e4sst.<br \/>\nUnd gelegentlich darf er auch seine eigenen Gedanken ganz allein entwickeln und von sich geben.<br \/>\nInsgesamt ein sch\u00f6nes Erlebnis, einmal sehr gelungene nicht allt\u00e4gliche Kl\u00e4nge zu erleben.<\/p>\n<p>(Hans- J\u00fcrgen von Osterhausen, <strong>Jazz-Zeitung Juni\/Juli\/August 2012<\/strong>)<\/p>\n<p><a id=\"Anchor-47857\" name=\"Anchor-47857\"><\/a><span style=\"color: #000000; font-family: Georgia, 'Times New Roman', Times, serif; font-size: large;\"><strong>Filippa Gojo &amp; Sven Decker<\/strong><\/span><span style=\"color: #bf3d3d; font-family: Georgia, 'Times New Roman', Times, serif; font-size: medium;\"><br \/>\n<\/span><strong><span style=\"color: #57d8ef; font-family: Helvetica, Geneva, Arial, SunSans-Regular, sans-serif; font-size: large;\"><br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<p><b>Das Publikum meint:<br \/>\n<\/b>\u201eDas war ein wunderbares Konzert! Meditativ, spannend, ber\u00fchrend, \u00fcberraschend, witzig, ein toller Abend! Danke!\u201c&nbsp; (Ninette N., Bergisch Gladbach)<br \/>\n&#8222;Cooles Duo. Mutig. Zerbrechlich. Aber ihr seid stark genug es zu tragen.\u201c&nbsp; (Simon C., Essen)<br \/>\n\u201eEs war zauberhaft. So tolle Musik\u201c&nbsp; (Jana H., D\u00fcsseldorf)<br \/>\n&#8222;Die Stimme ist ja echt au\u00dfergew\u00f6hnlich, man kann teilweise nicht unterscheiden, ob Instrument oder Stimme. Das Zusammenspiel ist beeindruckend&#8220; (Katja S.-T. aus Hemmersdorf)<br \/>\n&#8222;&#8230;klingt f\u00fcr mich wie ein neuer Anfang von moderner und unkonventioneller Volksmusik, die neue Wege geht. Absolut klasse.&#8220; (Kurt R, Witten)<br \/>\n&#8220; &#8230;Ich kann nur sagen &#8222;vielen Dank&#8220;. Da haben sich wirklich zwei gefunden. Wunderbar ausdrucksstark mit \u00fcberraschenden Wendungen und Farben.Und wieviel Platz Ihr der Musik gebt. Am besten gefallen mir glaube ich Zirbenwald und Laber Rhabarber&#8230;\u201c&nbsp; (Matthias N., Dortmund)<br \/>\n&#8222;Vielen Dank f\u00fcr das tolle Konzert gestern. Eure Musik und die Art wie ihr sie vermittelt, gef\u00e4llt mir wirklich gut. (Fine M., Bielefeld)<br \/>\n&#8222;&#8230;es war ein wunderbar intensiver Abend mit Euch im Bunker Ulmenwall &#8211; getragen von einem spannenden Konzept, von sinnlicher Klanglichkeit, von einem bestechenden Zusammenspiel, und nicht zuletzt auch von einer tollen B\u00fchnenpr\u00e4senz, gepr\u00e4gt von einer einnehmenden menschlichen W\u00e4rme, die weit \u00fcber den B\u00fchnenrand und das \u00fcbliche Ma\u00df hinaus ein gro\u00dfes &#8222;Wir&#8220; entstehen liessen. Ich denke, der Abend mit Euch wird bei uns allen noch lange nachwirken&#8230; danke!&#8220; (Frank A., Bunker Ulmenwall, Bielefeld)<br \/>\n&#8222;&#8230;Es passiert manchmal dass sich Musiker treffen und dann passiert was Au\u00dfergew\u00f6hnliches. Hier trifft es mehr als zu&#8230;&#8220;<br \/>\n&#8222;&#8230;Ein Konzert, das f\u00fcr mich Richtungsweisend war und in Erinnerung bleibt&#8230;.\u201c (Kurt R., Witten)<\/p>\n<hr>\n<p>\u201e&#8230;.und ich wage zu behaupten, female vocals und Bassklarinette haben sich noch nie so<br \/>\norganisch umschlungen im modernen Jazz wie hier bei den beiden&#8230;\u201c <strong>(Guenter Hottman, hr2)<\/strong><\/p>\n<hr>\n<p><strong>Kontraste<br \/>\n\u201edaheim\u201c \u2013 Das Duo Filippa Gojo und Sven Decker im Spiel der Kontraste<\/strong><br \/>\n<strong>Von Dietrich Schlegel.<\/strong> Der Saxophonist, Komponist und Bandleader Sven Decker und die Vokalistin Filippa Gojo sind seit Jahren fest in der K\u00f6lner Jazzszene etabliert und sich dennoch nie begegnet. Bei viel besch\u00e4ftigten Musikern kann das vorkommen. So dauerte es Jahre bis zu einem Konzert des Thoneline Orchestra Ende Juni in Passau, als die beiden sich erstmals pers\u00f6nlich sahen und h\u00f6rten, Gojo als festes Mitglied des Orchesters der K\u00f6lner Saxophonistin und Komponistin Caroline Thon und Decker als Aushilfe im Saxophonsatz der Band. Gleich einem Blitz hatte es bei Decker eingeschlagen: \u201eSofort nach diesem ersten Aufeinandertreffen und nachdem ich auf der R\u00fcckfahrt im ICE auch noch Filippas letzte, die Solo-CD \u201evertraum\u201c geh\u00f6rt hatte, war ich derart inspiriert von ihrer Art zu singen und zu improvisieren, dass ich sofort begann, Musik f\u00fcr uns beide zu komponieren.\u201c Und Filippa auf die Frage, wie sie diese Begegnung empfunden habe: \u201eDas musikalische Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander war unvermittelt da. Dazu kam Svens von vornherein glasklare Vorstellung eines Duo-Klanges, die er auch derart schnell auf Papier gebracht hat, dass ich eine Woche nach unserer ersten musikalischen Begegnung eine E-Mail mit lauter frisch f\u00fcr unser Duo geschriebenen St\u00fccken in meinem Postfach hatte. So was habe ich wirklich noch nie erlebt!\u201c Aus dieser Begeisterung heraus entstand nach nur sechs Monaten die CD \u201edaheim\u201c, f\u00fcr Decker \u201eeine meiner pers\u00f6nlichsten, wenn nicht gar die pers\u00f6nlichste Ver\u00f6ffentlichung\u201c. Und auch der S\u00e4ngerin liegt die CD \u201epers\u00f6nlich sehr am Herzen\u201c. \u00dcberraschende Bekenntnisse, wenn man die ansehnliche Zahl an CDs \u00fcberschaut, die beide mehrfach ausgezeichnete Musiker bereits vorgelegt haben. Neben drei \u00e4lteren Kompositionen \u2013 \u201eElephants Walk, \u201eBlues for Bud\u201c und \u201eHerbst\u201c -, die er nur neu arrangieren musste, hat Decker neun St\u00fccke speziell f\u00fcr dieses Duo geschrieben. \u201eNach nur einer Woche intensiver Schreib- und Arrangierarbeit\u201c, so Decker, \u201estand das Programm, und nach ein paar Proben gab es schon die ersten beiden Konzerte, im Essener \u201aGoethe-Bunker\u2018 und im K\u00f6lner \u201aLoft\u2018.\u201c F\u00fcr die CD wurde ein Teil der St\u00fccke vom Konzert im \u201aLoft\u2018 \u00fcbernommen. Der Rest wurde zwei Wochen sp\u00e4ter w\u00e4hrend einer eint\u00e4gigen Session im K\u00f6lner \u201eTonstudio der Welt\u201c ebenfalls live eingespielt.<br \/>\nDiese Eile, die keinem irgendwie gearteten Produktionsdruck entsprang, sondern allein der stimulierten Kreativit\u00e4t dieser jungen musikalischen Partnerschaft, hat dem Ergebnis keinesfalls geschadet, sondern offenbar noch zus\u00e4tzlich befruchtend gewirkt. Alles, was sich an Ideen angesammelt und angestaut hatte, musste einfach heraus. Das Endprodukt wird gepr\u00e4gt durch reizvolle und \u00fcberraschende Kontraste. Das trifft allein schon zu auf den spannungsvollen Gegensatz zwischen Filippas Stimme, besonders in den hohen Lagen, und Svens Bassklarinette, die er \u2013 seine Saxophone v\u00f6llig beiseite lassend \u2013 hier noch h\u00e4ufiger spielt als die Klarinette. Gerade auf dem Tieft\u00f6ner erzeugt er bisweilen, entsprechend der jeweiligen Komposition und Filippas notierter oder improvisierter Stimme, sperrige, schr\u00e4ge, knarzende, st\u00f6hnende, fauchende Kl\u00e4nge oder auch nur Ger\u00e4usche. So beispielsweise in dem St\u00fcck \u201eZirbenwald\u201c, in dem eine erst zauberische, dann fast schon unheimliche Stimmung erzeugt wird. Oder auch im \u201eElephants Walk\u201c, wo sich die Vokalistin und der Holzblaser an der Erzeugung grunzender, tr\u00f6tender, fl\u00f6tender Ger\u00e4usche der Wildnis geradezu \u00fcberbieten. Wie in manchen der anderen Titel und bei allen ihren Konzerten setzt Filippa auch hier einf\u00fchlsam und wirkungsvoll die Shrutibox ein, dieses aus Indien stammende, einer Ziehharmonika oder im Klang auch einem Harmonium \u00e4hnelnde Instrument. Zur klanglichen und atmosph\u00e4rischen Bereicherung nutzt Filippa auch gern ein Megaphon, die Kalimba und in \u201eNew Friends\u201c auch die Sansula, ebenfalls ein Daumenklavier, mit der durch eine zugef\u00fcgte Membrane auch Wa-Wa- und Echo-Effekte erzielt werden k\u00f6nnen. Auch Decker erweitert sein Instrumentarium durch Melodica und Glockenspiel. Dieses zus\u00e4tzliche Material tr\u00e4gt bei fast allen St\u00fccken zu den Kontrasten im klanglichen Spektrum bei. In dramaturgisch gesch\u00fcrzten Wechsel sind lebhafte, groovende, jazzige, temporeiche, laute, sperrige St\u00fccke zwischen verhaltene, leise, sehnsuchtsvolle, zarte, melodi\u00f6se Songs gesetzt.Damit ist zugleich das Stichwort f\u00fcr Filippa Gojos Gesang gefallen: Bis auf eine Ausnahme, das Titelst\u00fcck \u201edaheim\u201c, gibt es keine Texte im Wortsinn. Sie nutzt ihre Stimme in vielf\u00e4ltigster Weise als Instrument. Das kennen wir von anderen S\u00e4ngerinnen auch, denken wir nur an Norma Winstone, Gabriele Hasler oder Sidsel Endresen. Aber Filippa hat inzwischen ihren ganz eigenen Stil gefunden. Sie formt jeden Ton entsprechend der kompositorischen Vorgabe, hell oder dunkel oder mezzo, dramatisch bis zum Diskant wie im Opener \u201eTrain Journey\u201c. Oder pianissimo wie in \u201eLaber Rhabarber\u201c, ein Titel, der sprechender nicht vermitteln kann, was hier auf den H\u00f6rer einst\u00fcrmt: Nach einem vertraulichen Dialog voller Neckereien zwischen Stimme und Klarinette kommt es unvermittelt zu einem kurzen, aber heftigen Streit oder Kampf, der jedoch bald abflaut und \u00fcbergeht in ein intimes, z\u00e4rtliches Gefl\u00fcster und auslaufend in einem tiefen Seufzer.<br \/>\nSo entstehen wahre \u201eLieder ohne Worte\u201c in fast schon Mendelssohnscher Weise, da die Stimme als Instrument f\u00fcr ihre Erz\u00e4hlungen keiner Worte bedarf. In \u201eSummer Song\u201c wird die fast elegische Stimmung eines Duetts zwischen Filippas hier ganz klarem Alt und Svens Melodica durch sein zartes Glockenspiel noch unterstrichen. \u201eReflection\u201c, eines der aus subjektiver Sicht eindrucksvollsten St\u00fccke, meditativ und largo di molto, erinnert an mongolische Kehl- und Obertonges\u00e4nge, zumal die auf der Bassklarinette erzeugten Windger\u00e4usche zum Schluss an die Weite asiatischer Stellen denken lassen. Der Zauber- \u201eZirbenwald\u201c schlie\u00dft unmittelbar an. Sp\u00e4ter folgt \u201eHerbst\u201c, mit einem Glockenspiel-Intro, ein aus Stimme und Melodica in T\u00f6ne umgesetztes herbstliches Farbenspiel. Schlie\u00dflich \u201egruen\u201c, der Ausklang, wieder voller zarter T\u00f6ne von Glockenspiel und Melodica, einer anfangs verhaltenen Filippa, die sich in dieser an Kirchen- oder Weihnachtslieder gemahnenden Komposition bis hin zu Gospelankl\u00e4ngen steigert. Und davor und dazwischen die besagten Kontraste: Die dynamische \u201eTrain Journey\u201c, ein diesem Titel entsprechendes diminuendo et crescendo, mit einem der in anderen St\u00fccken auch auftauchenden blendend exakt gesungenen und gespielten unisono Passagen. Im jazzigen \u201eBlues for Bud\u201c, ein auf den \u201eSummer Song\u201c folgenden Wachmacher, wird von Filippa beherzt \u201egescattet\u201c, und der Song l\u00e4uft in eine beboppige Coda aus. Der wilde \u201eElephant Walk\u201c. Das erst coole, dann hitzige \u201e39,3 Grad Celsius\u201c, in dem sich Megaphon und Bassklarinette ein hei\u00dfes Duell liefern. \u201eNew Friends\u201c leitet dann leichtf\u00fc\u00dfig mit einem sensiblen Sansula-Solo zum Schlusstitel \u201egruen\u201c \u00fcber. Nicht zuletzt aber m\u00fcssen wir uns noch dem Titelst\u00fcck \u201edaheim\u201c widmen. In dem einzigen Lied mit Worten greift Filippa Gojo auf ihren geliebten Vorarlberger Dialekt zur\u00fcck, den sie erst wirklich sch\u00e4tzen gelernt hat, seit sie in der \u201eK\u00f6lner Diaspora\u201c lebt. Sie besingt in ihrem eigenen, f\u00fcr Deckers Komposition geschriebenen Text einen endlos langen Weg, der \u201ehet ned amol an Anfang&#8230; Koan Anfang, koa End\u201c. Und dazwischen spielt sie mit \u00fcber- und untereinander geworfenen Worten wie \u201ekoan Huckl, koan Buckl, koa Gruckl\u201c und \u201enix kucklat, nix bucklat, nix rucklat\u201c Silben, wie geschaffen f\u00fcr Lautmalereien und \u2013spielereien. Ein bei allem Schabernack anr\u00fchrendes Lied voller Sehnsucht, fast ein Heimatlied, ohne dass es sentimental wirkt, dazu ist der Text auch zu hintergr\u00fcndig (der gesamte Text findet sich im Album hinter der CD). Abgerundet wird der Gesamteindruck dieser anspruchsvollen und doch mit gro\u00dfem Vergn\u00fcgen anzuh\u00f6renden, klang- und kontrastreichen CD durch eine sympathisch schlichte Aufmachung, mit einem stimmungsvollen Herbstfoto Deckers aus einem K\u00f6lner Park. Das Booklet zieren Studio- und Konzertfotos von Jana Heinlein. F\u00fcr die Gesamtgestaltung zeichnet Svens Deckers Partnerin Katrin Scherer. Die Saxophonistin und Komponistin hatte mit ihm zusammen 2007 das Label GREEN DEER MUSIC gegr\u00fcndet, eine seinerzeit mutige Entscheidung, welche die Produktion der eigenen Platten aber auch sehr erleichtert, was auch in diesem Fall zutrifft. Den anheimelnd sch\u00f6nen Titel f\u00fcr die CD hatte \u00fcbrigens Sven Decker mit Bedacht gew\u00e4hlt. Seine Begr\u00fcndung: \u201eEs gibt Musiker, mit denen spricht man intuitiv die gleiche musikalische Sprache. Man versteht sich fast ohne Worte. Und mit Filippa zusammen Musik zu machen, f\u00fchlt sich f\u00fcr mich an, wie angekommen zu sein \u2013 eben \u201adaheim\u2018.\u201c<\/p>\n<hr>\n<p><b>Poetische Pracht zwischen Betonw\u00e4nden<\/b><\/p>\n<p>Alles neu macht manchmal auch der Oktober. Jedenfalls f\u00fcr Jazz-Fans, denen die \u201eJazz Offensive Essen\u201c nun im Goethebunker eine weitere Konzertreihe namens \u201eBetonmusik\u201c serviert. Die Premiere startete prompt mit ebensolcher, pr\u00e4sentierte sich das Duo \u201cFilippa Gojo &amp; Sven Decker\u201c doch erstmals live. Eine \u00fcberzeugende Synthese aus filigraner Vokalkunst und delikaten Klarinettenkl\u00e4ngen.<br \/>\nObschon beide Musiker seit langem in K\u00f6ln leben, trafen sie erst vor drei Monaten musikalisch aufeinander. Eine Begegnung mit gl\u00fccklichen Folgen, denn die aus Bregenz stammende S\u00e4ngerin und der im Saarland geborene Bl\u00e4ser erg\u00e4nzen einander perfekt, wie sich im gut besuchten Goethebunker zeigte. Zarteste Klarinetten-Melodien verwoben sich da mit meist sprachloser Stimm-Akrobatik \u00fcber sonoren Bordun-T\u00f6nen einer indischen Shrutibox (eine Art Miniatur-Harmonium) oder dem stillen Geklimper einer afrikanischen Kalimba zu kammermusikalischen Gespinsten von bet\u00f6render Sch\u00f6nheit. Die Filippa Gojo gelegentlich Megaphon-verzerrt gewitzt aufrauhte, dezent begleitet von Sven Decker auch an Melodika und Glockenspiel.<br \/>\nAls die charmante S\u00e4ngerin obendrein in heimischem Dialekt solierte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Keine Frage, da bl\u00fchte Kammer-Jazz in kaltem Beton in poetischer Pracht, erlebte man begl\u00fcckt ein neues Traum-Duo mit vielversprechender Zukunft.<br \/>\n<strong>(Sven Thielmann, WAZ am 09.10.2015)<\/strong><\/p>\n<hr>\n<p><b>Mut zur Emotion |<\/b><\/p>\n<p><b>Filippa Gojo und Sven Decker auf Augenh\u00f6he<\/b><\/p>\n<p><strong>Text &amp; Fotos: Stefan Pieper<\/strong><\/p>\n<p>Essen, 12.10.2015 | Filippa Gojo hat in diesem Jahr den Neuen Deutschen Jazzpreis gewonnen und ist ebenso verdiente Preistr\u00e4gerin eines Solistinnen-Preises. Auf ihrem Soloalbum \u201eVertraum\u201c hat sie ihre k\u00fcnstlerische Selbstfindung unbeirrt weiter getrieben.<br \/>\nWas die heute in K\u00f6ln Lebende dort mit eigener Stimme zuz\u00fcglich diverser Instrumente kreiert, zeugt von Mut, Kreativit\u00e4t und k\u00fcnstlerischer Konsequenz. Die gestalterische Bandbreite ihrer Vokalkunst negiert dabei jede Rollenfestschreibung der heute in K\u00f6ln Lebenden als \u201eS\u00e4ngerin\u201c.<br \/>\nIn Essen nun trat sie in einen Dialog mit dem Klarinettisten Sven Decker: Leise und intim begeben sich beide gemeinsam auf Klangsuche, finden einander und formulieren Gegenpole. Es gibt keine Rollen oder Stereotypen: Filippa Gojos Stimme wird zum Instrument. Sven Deckers melodische Linien auf den Klarinetten sind wie eine beredte Stimme. Das ist Ber\u00fchrung auf Augenh\u00f6he. Sven Deckers Spiel strahlt viel innere Ruhe aus, produziert aber auch Wendepunkte. Filippa Gojo arbeitet sich an melodischen Mustern und feingewebten Texturen ab.<br \/>\nVor allem bleibt ihr Orgen so nat\u00fcrlich, so schwerelos bei allen, auch manchmal bizarren Vokalabenteuern.Verwehte liedhafte Elemente wirken kindlich und direkt, l\u00f6sen sich zugleich spielerisch auf. Manchmal ist auch die Tonalit\u00e4t ein Spielfeld, welches man anarchisch verbiegt. Filippa Gojo leistet sich skurrillen Humor, erz\u00e4hlt Geschichten zu diesen Liedern und in diesen Liedern &#8211; die sie auch in der Mundart ihrer Heimat am Bodensee artikuliert. Manchmal bekommt alles eine rituelle Aura, wenn sie sich selbst auf der Skrutibox, einem indischen Harmonium oder auf einer Art Daumenklavier begleitet. Sven Decker spielt L\u00e4ufe und Phrasen dazu, die all dies auch in richtigen Moment mit einer reflektierten gerne auch mal gegen den Strich geb\u00fcrsteten Jazzidiomatik erden.<br \/>\nDie etwa zwei Meter dicken Stahlbetonmauern des Goethebunkers sch\u00fctzten diese ganze Skala aus innigen Emotionen und frei flie\u00dfenden Ideen und boten das ideale Refugium daf\u00fcr.<br \/>\nDie Jazzoffensive Essen bietet mit dieser neu ins Leben gerufenen \u201eBetonmusik\u201c nun nach l\u00e4ngerer Pause wieder eine eigene Reihe f\u00fcr kleine, experimentierfreudige Besetzungen auf.<\/p>\n<p><strong>Filippa Gojo &amp; Sven Decker |<br \/>\n<\/strong><strong>Daheim<br \/>\n<\/strong><strong>Text: Stefan Pieper | Fotos: Stefan Pieper<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6ln, 18.01.2016 | Filippa Gojo geht ihren Weg. Ihre ersten Platten in verschiedenen Besetzungen brachten auf einem Prozess des Suchens schon Resultate wie keine anderen hervor. Im letzten Jahr wagte sie mit dem Solo-Album \u201eVertraum\u201c einen emanzipatorischen Befreiungsschlag: Sie selbst allein mit ihrer Stimme ohne das Netz und den doppelten Boden einer Elektronik! Und vor allem ohne Kompromisse!<br \/>\nJetzt legt sie ein Duo-Album mit dem Saxofonisten und Klarinettenspieler Sven Decker vor \u2013 und diese Platte markiert gewisserma\u00dfen ein Angekommen sein \u2013 deswegen auch der Titel \u201edaheim\u201c.<br \/>\nFilippa Gojos Vokalkunst, die zwischen traditionellem Liedgesang, Jazz bis hin zu Lautakrobatik eine ganze Welt f\u00fcr sich markiert, trifft auf das ebensolche Klarinettenspiel von Sven Decker. Immer ganz dicht dran bleibt sein Spiel an den verqueren Ideenfeuerwerken, tr\u00e4umerischen Verspieltheiten oder wagem\u00fctigen Vorst\u00f6\u00dfen ins Unbekannte und Harsche seitens seiner Partnerin.<br \/>\nDie Keimzelle f\u00fcr so vieles markiert schon das Opener-St\u00fcck Train Journey: Filippa Gojos Vorliebe f\u00fcr (gerne pentatonische) Akkordbrechungen n\u00e4hrt diese Kompsition. Oft begleitet sie sich selbst auf einem asiatischen Daumenklavier und singt, summt oder scattet \u00fcber dieses Spiel. Dieses neue Album legt die verschiedenen Str\u00e4nge dieser \u00c4sthetik in bester Manier offen: Da ist ganz viel Liedhaftes, elegisches im Spiel, auch wenn aus einem zarten Lied in flie\u00dfendem \u00dcbergang eine freie Klang- Stimm-Meditation wird. Zuweilen legt ein kleines Harmonium einen zarten Bordunton unter alles drunter. Und es leben auch verspielte, manchmal an der Grenze zur Ironie aufgebotene Jazzidiome. Viele Intervallspr\u00fcnge markieren Freudenh\u00fcpfer und die ganze Ausdruckspalette ist sehr weitgespannt. Nicht selten ist der geneigte H\u00f6rer eingeladen zu einer Gratwanderung zwischen kindlichem Wortspiel und dadaistischer Lautpoesie.<br \/>\nSven Decker f\u00fchlt sich in all dies wie ein symbiotischer Partner ein. So viel Verr\u00fccktheit zu beantworten, verlangt Hellh\u00f6rigkeit und Spontaneit\u00e4t \u2013 eben was einen guten Jazzer ausmacht. Deckers Sound ist gerne rauh, zuweilen pumpt er tiefe Begleitmuster durch sein tiefes Horn, wenn Filippa die Silben tanzen oder swingen l\u00e4sst- oder er spielt lange fast beschw\u00f6rende Linien, um so manch filigraner vokaler Geste Halt zu geben.<br \/>\nBeide haben ihre Kunst in etlichen Livekonzerten miteinander verzahnt. Und als alles rund genug lief, ist nun ein Album herausgekommen.<\/p>\n<hr>\n<p>\u201e&#8230; Im Unterschied zu den Letztgenannten vergn\u00fcgen sich Filippa Gojo &amp; Sven Decker lieber \u201edaheim\u201c mit perfekt praktizierten Extempores. Deren Basis sind oft Unisono-Riffs im Neobop-Stil von Bassklarinette und femininer Scat-Stimme, die sich zu polyphonem Gewebe verwandeln. Melodica-Dronen, Kalimba-Arpeggien oder eine vokal-verfremdende Shrutibox erweitern die Timbres, sodass entlang der Jahreszeiten entlehnten Titel und dazugeh\u00f6rigen Empfindungen sich in einer abwechslungsreich irisierenden Klangpalette ausbreiten k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\n<strong>(Neue Musikzeitung\/ nmz, Hans-Dieter Gr\u00fcnefeld, Februar 2016)<\/strong><\/p>\n<hr>\n<p><b>\u201e&#8230; <\/b>Filippa Gojo &amp; Sven Decker haben ein Klanggem\u00e4lde aus Stimme und Instrumenten geschaffen, das permanent in Bewegung ist, Songstrukturen manchmal mehr andeutet als ausformuliert, st\u00e4ndig die Form \u00e4ndert, dabei aber nie hektisch wird und bisweilen sogar in Melancholie zu verharren scheint. Dabei ist die Musik trotzdem nicht verkopft, sondern auch rein k\u00f6rperlich wahrnehmbar. Ein gelungenes Experiment&#8230;\u201c<br \/>\n<strong>(<\/strong><b>Jazzpodium, Volker Doberstein, M\u00e4rz 2016)<br \/>\n<\/b><\/p>\n<hr>\n<p>&#8230;\u201c Filippa Gojo ist ein Ph\u00e4nomen. Wer die \u00f6sterreichische S\u00e4ngerin einmal erlebt hat, etwa im fabelhaften Thoneline Orchestra oder in eigenen Aufnahmen wie ihrem letzten Solo-Album <i>vertraum, <\/i>kann nicht genug von ihr bekommen. So ist es auch dem K\u00f6lner Klarinettisten Sven Decker, sonst in wagemutigen Bands wie Ohne 4 gespielt drei oder dem Unidentified Flying Orchestra zu h\u00f6ren, gegangen, als er sie das erste Mal live erlebte. Flugs hat er ihr neun neue Songs auf den schlanken Leib geschrieben, drei \u00e4ltere neu arrangiert und sich mit Gojo zu Aufnahmen verabredet. Herausgekommen ist eine abenteuerliche Klangreise f\u00fcr entdeckungsfreudige Ohren.<br \/>\nAllein wie Filippa Gojo im Auftakt-Song \u201eTrain Journey\u201c s\u00e4mtliche Variationsm\u00f6glichkeiten ihrer Stimme auslotet: vom lieblichen Fl\u00f6ten \u00fcber Grenzbereiche, wo es kratzig wird, bis zum kaum mehr h\u00f6rbaren Fl\u00fcstern. Sie singt auf dem Album aber nicht nur, sondern spielt auch Shrutibox, Kalimba und Sansula (eine Art Mini-Kalimba) Sven Decker spielt Klarinette, Bassklarinette, Melodica und Glockenspiel.<br \/>\nIn halsbrecherichen Unisono-Passagen kann man das intuitive Verst\u00e4ndnis der beiden Musiker sp\u00fcren, die Palette der Songs reicht von meditativ (\u201eReflection\u201c) bis experimentell (\u201eElephants Walk\u201c).<br \/>\nDer sch\u00f6ne Text, den Filippa Gojo im heimischen Idiom f\u00fcr den Titelsong geschrieben hat, ist dankenswerterweise auf dem Innencover der CD abgedruckt-<br \/>\nein Gesp\u00fcr f\u00fcr Sprache hat sie n\u00e4mlich auch noch.\u201c<br \/>\n(<b>Rolf Thomas, M\u00e4rz \/April 2016, Jazzthetik)<\/b><\/p>\n<hr>\n<p><strong>Jazz als raffiniertes Miteinander von Stimme und Klarinette<br \/>\nText: Stefan Uhrmacher&nbsp;&nbsp; (Saarbr\u00fccker Zeitung, 7.3.2016)<br \/>\n<\/strong>\u201eWird im zeitgen\u00f6ssischen Jazz die menschliche Stimme instrumental eingesetzt, muss nicht zwangsl\u00e4ufig freejazziges Gegacker das Ergebnis sein, im Gegenteil:<br \/>\nSehr melodisch ist die in K\u00f6ln wirkende, geb\u00fcrtige \u00f6sterreichische S\u00e4ngerin Filippa Gojo auf dem jetzt erschienenen Album \u201edaheim\u201c zu erleben. Die Themen wurden von Sven Decker, einem K\u00f6lner Musiker mit saarl\u00e4ndischem Geburtsschein, ma\u00dfgeschneidert, der statt des sonst bevorzugten Saxofons zum Dialog mit Filippa Gojos oft elfengleichem Timbre die Klarinette auserkoren hat.<br \/>\nFragile Farben von Lamelleninstrumenten, Melodica und Glockenspiel komplettieren das intime Bild. Mal unisono, mal sich aneinander reibend, mal ausgelassen swingend oder mit archaisch anmutender Ruhe gestalten Frauenstimme und Holzbl\u00e4ser ein variantenreiches und \u00fcberraschungstr\u00e4chtiges Miteinander, dessen hochkar\u00e4tige Raffinesse sich mit jedem H\u00f6ren mehr erschlie\u00dft.\u201c<\/p>\n<hr>\n<p><b>CD- Releasekonzert im \u201eStadtgarten\u201c in K\u00f6ln<br \/>\n<\/b><b>Text und Fotos: Kurt Rade&nbsp; (Virgin Jazz Face)<br \/>\n<\/b>&#8230;Sven und Filippa sind mir mehr als bekannt, denn ihre Laufbahn als Musiker haben beide konsequent vollzogen und schon Spektakul\u00e4res auf die Beine gestellt. Neue, eigene Wege zu gehen ist f\u00fcr sie selbstverst\u00e4ndlich. Heute nun stellen sie im Stadtgarten in K\u00f6ln ihre neue Einspielung vor. \u201edaheim\u201c ist wohl ein ungew\u00f6hnlicher Name. Noch vor 20 Jahren h\u00e4tte man dar\u00fcber den Kopf gesch\u00fcttelt, aber zum Gl\u00fcck \u00e4ndern sich Zeiten und Wahrnehmungen.<br \/>\nSchon nach den ersten Kl\u00e4ngen und \u201eTrain Journey\u201c sp\u00fcrt man eine Befreiung des \u201edaheim\u201c. Die nachfolgenden Kompositionen und ihre Interpretationen lassen den Begriff \u201eVolksmusik\u201c in ein anderes Licht erscheinen. Beide erfinden nach meiner Meinung diese Musik neu. Mit St\u00fccken wie \u201eZirbenwald\u201c \u201eHerbst\u201c \u201eGrad Celsius\u201c oder \u201eSummer Song\u201c wir einer neuer Bezug zu daheim-matlichen Begriffen hergestellt.<br \/>\nSich immer Gef\u00fchlvoll ann\u00e4hern und sich in das Thema fallen lassen, kommunizieren beide auf hohem Niveau. Sie erz\u00e4hlen, geben Ger\u00e4usche weiter und bauen uns eine Welt, die mal voller Traurigkeit, Humor, geistiger Sch\u00f6nheit, Radikalit\u00e4t und Gradlinigkeit ist.<br \/>\nDer Ausdruck spiegelt sich in ihren Gesichtern- \u201eIntensit\u00e4t\u201c.<br \/>\nWie fassettenreich Filippa ihre Stimme klingen l\u00e4sst ist ein Genuss und Sven, dem wohl die Klarinette in die Wiege gelegt wurde, strotzt voller Spielwitz. Es passiert manchmal dass sich Musiker treffen und dann passiert was Au\u00dfergew\u00f6hnliches. Hier trifft es mehr als zu.<br \/>\nDer Saal war ausverkauft und es waren nur noch Stehpl\u00e4tze frei. Ein begeistertes Publikum lie\u00df beide nat\u00fcrlich nicht ohne Zugabe gehen.<br \/>\nEin Konzert das f\u00fcr mich Richtungsweisend war und in Erinnerung bleibt&#8230;.\u201c<\/p>\n<hr>\n<p>\u00dcber das schlichte W\u00f6rtchen \u201edaheim\u201c l\u00e4sst sich trefflich reflektieren: ein sicherer Ort, den man zwar gerne verl\u00e4sst, zu dem man aber immer wieder ebenso gerne zur\u00fcckkehrt, Heimat,, die einem Geborgenheit und Verl\u00e4sslichkeit vermittelt. Mit \u201edaheim\u201c haben die in K\u00f6ln lebenden Filippa Gojo (Gesang) und Sven Decker (Klarinetten) auch ihre erste Duo-CD \u00fcberschrieben, Das Titelst\u00fcck, das l\u00e4ngste des Albums, ist genau in der Mitte platziert, gleichsam als Dreh- und Angelpunkt f\u00fcr die improvisierenden Wanderungen der zwei Musiker. Ein getragener, warmer Bordunklang, in den sich zuerst Deckers mit bauchigen Ton geblasene Bassklarinette schleicht, mal den Klang kr\u00e4ftigend, mal diesen mit Dissonanzen aus dem Tritt bringend, bevor Gojo ein kurzes Gedicht im Dialekt ihrer Vorarlberger Heimat im Westen \u00d6sterreichs rezitiert. Ohne Hast spricht sie die Wortsilben, der Versrhythmus weist den Weg, der hinter der Bedeutung der Worte f\u00fchrt; ein Ort, wo das akustische Ph\u00e4nomen Musik in energetische Emotionalit\u00e4t transzendiert wird. Um diese siebeneinhalb Minuten herum gruppieren sich die anderen elf St\u00fccke. Mal sind es knappe, pr\u00e4gnant formulierte Unisono-Passagen von Stimme und Klarinette, die etwa neoboppend in die Geschichte des Jazz verweisen, mal sind es flirrend gruppierte Intervalle. Stets sind Gojo und Decker aber auf der Suche nach dem puren Ausdruck, um der jeweils eigenen Pers\u00f6nlichkeit in der gemeinsamen Improvisationsmusik den ihr geb\u00fchrenden Raum zu geben. Anders als \u00fcblich f\u00fcgen sich die zw\u00f6lf von Decker komponierten St\u00fccke zu einer Suite zusammen:<br \/>\nEs wird kein Bogen mit einem Anfang und einem Ende geschlagen, sondern ein Kreis mit \u201edaheim\u201c als Mittelpunkt gezeichnet.\u201c<br \/>\n<b>(Martin Laurentius, Jazzthing \u201eFocus\u201c, April\/Mai 2016)<\/b><\/p>\n<p><a href=\"#Anchor-3800\">nach oben<\/a><\/p>\n<p align=\"left\"><a id=\"Anchor-U.F.O-35882\" name=\"Anchor-U.F.O-35882\"><\/a><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"font-family: Georgia, 'Times New Roman', Times, serif; font-size: medium;\"><strong><a style=\"color: #800000;\" href=\"#Anchor-Ohne-35326\"><span style=\"color: #000000;\">U.F.O. unidentified flying orchestra<\/span><br \/>\n<\/a><\/strong><\/span><span style=\"font-family: Georgia, 'Times New Roman', Times, serif; font-size: medium; color: #000000;\"><strong><a style=\"color: #000000;\" href=\"(EmptyReference!)\">AUSZUG CD- BESPRECHUNG IN DER SZ VON S. UHRMACHER<\/a> <\/strong><\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-family: Georgia, 'Times New Roman', Times, serif; font-size: medium;\"><strong>(03\/2008)<\/strong><\/span><\/p>\n<div align=\"left\"><\/div>\n<p>&#8230; Das gleichfalls &#8220;U.F.O. unidentified flying orchestra&#8220; (Green Deer Music) \u00fcberschriebene Deb\u00fctalbum l\u00e4sst die Herzen der Freunde von Blue-notes mit Avantgarde-Appeal im Breitwandformat h\u00f6her schlagen. Das Ohr kann sich an mancherlei markanten Formeln orientieren; Moderne und Tradition verschmelzen; Druckvolle Fanfaren und swingende Rhythmen erinnern an Bigband-Sound, pikanter Bl\u00e4ser-Schmelz erzeugt wohlige G\u00e4nsehaut. Aus der Fusion-Ecke kommen rockige Riffs und durchdringende Gitarrenakkorde, und selbstredend d\u00fcrfen schr\u00e4ge Ger\u00e4usch-Passagen nicht fehlen. Das musikalische Geschehen ist weitr\u00e4umig organisiert: mit Steigerungen und B\u00fcndelungen auf der einen und Passagen des Sich-Entspannens und Zerfledderns auf der anderen Seite. Organisch eingebunden sind aus- und ergiebige Improvisationen aus den Orchesterreihen&#8230;<\/p>\n<p>OTZ vom 20.5.2008_ Internat. Jazzfestival Greizer Jazzwerk #9<\/p>\n<p>Imposant war am Sonnabend die Band U.F.O. aus Essen, allein durch die Gr\u00f6\u00dfe. Aber nicht nur die 13, zumeist sehr jungen Musiker, die sich die JazzWerk- B\u00fchne teilten, waren ein Bild f\u00fcr sich.<br \/>\nDie Titel der beiden Bandleader, Katrin Scherer und Sven Decker, rissen vom ersten Ton an mit.<br \/>\nEs rockte, swingte und jazzte. Frisch und mit einer, alle Bandmitglieder einbindenden, gewaltigen Klangkraft befreite U.F.O. den Big-Band-Sound vom Staub der Jahrzehnte.<br \/>\nMusik, die Spa\u00df machte, vorgetragen von einer Band, die mit gro\u00dfer Pr\u00e4zision gemeinschaftlich musizierte, und mit feinen Soli die ber\u00fchmten i- T\u00fcpfelchen setzte.<br \/>\n(OTZ Greiz vom 20. Mai 2008)<\/p>\n<p>NRZ VOM 30. M\u00c4RZ 2008 (B. Klostermann)<\/p>\n<p align=\"right\">\n<p>Nicht als Bigband, sondern als Avantgardeorchester versteht sich das Unidentified Flying Orchestra, kurz: U.F.O. genannt.<br \/>\nAvantgarde? Kein Grund zum Weglaufen.<br \/>\nDie 13- k\u00f6pfige Truppe um die Essener Holzbl\u00e4ser Katrin Scherer und Sven Decker spielt frisch bis furios die Musik der Bandleader. Manch bekanntes Gesicht der j\u00fcngeren NRW- Szene ist dabei, und so wird das Deb\u00fct (GREEN DEER MUSIC\/ Phonector) zu einer Art Visitenkarte des Jazz in der Region.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Sich auf Fremdes einlassen<\/span><\/p>\n<p>Texte von Ernst Jandl und progressiver Jazz in der Schauburg<br \/>\nVon Simon T\u00f6nies<\/p>\n<p>Ibbenb\u00fcren. Das Bestreben eine eigene k\u00fcnstlerische Ausdrucksform zu finden, verstaubte Konventionen zu sprengen, eine neue, kraftvollere Sprache zu finden \u2013 das ist es wohl, was den Grazer Jazzmusiker und Leiter der NDR Bigband, Dieter Glawischnig, mit der experimentellen Lyrik Ernst Jandls verbindet. Am Samstag gastierte er auf Einladung des Buchladens Frank, der Stadtb\u00fccherei, des F\u00f6rderkreises \u201eVielseitig\u201c und der Volkshochschule zusammen mit dem jungen, nicht minder experimentierfreudigen Jazzensemble u.f.o. (unidentified flying orchestra) und der Opers\u00e4ngerin Christina Michel in der Schauburg.<\/p>\n<p>Das au\u00dfergew\u00f6hnliche Programm aus jazzigem Avantgardestil, kombiniert mit dynamisch rezitierten Ausz\u00fcgen aus den Jandl-Epen \u201eLaut und Luise\u201c und \u201eAus der K\u00fcrze des Lebens\u201c fand offenbar nur wenig Zuspruch und wurde einer leider recht \u00fcbersichtlichen Besucherzahl pr\u00e4sentiert.<br \/>\nDer erste Teil des Abends geh\u00f6rte allein den 13 u.f.o.-Vollblutmusikern, die mit abenteuerlichen Kompositionen von den beiden Bandleadern Katrin Scherer und Sven Decker gleicherma\u00dfen faszinierten und schockierten. In Titeln wie \u201eFrost\u201c oder \u201eMast und Schotbruch\u201c schmetterten Drummer Nils Tegen und Bassist Hartmut Kracht einen energiegeladenen Groove in den Saal, w\u00e4hrend sich Holz und Blech mal schrill und druckvoll, mal zur\u00fcckhaltend und reduziert, \u00fcber dem rhythmischen Fundament entfalteten. Andreas Wahl setzte mit r\u00f6hrenden Gitarrenkl\u00e4ngen rockige Akzente. Die Kompositionen lie\u00dfen viel Raum f\u00fcr Improvisationen, bei denen jeder Musiker auf seine eigene individuelle Art zur Geltung kam. Gespielt wurde mit bizarren Ger\u00e4uschen, ungew\u00f6hnlichen Klangfarben und musikalischen Kontrasten, lyrische Passagen wechselten mit vollstimmigen Tutti-Eins\u00e4tzen. Anerkennenden Applaus ernteten die Jazzer f\u00fcr ihre erfrischende Darbietung, die sicherlich f\u00fcr das unbedarfte Ohr eine schwer verdauliche Herausforderung und \u00e4sthetische Provokation war. Die Bereitschaft sich auf Fremdes einzulassen wurde zweifellos gefordert, aber auch belohnt, mit dem ganz besonderen Reiz des Authentisch-Neuen.<\/p>\n<p>Der zweite Teil des Konzerts war den Texten von Ernst Jandl gewidmet. Dieter Glawischnig, der seit den Sechzigerjahren und bis zum Tod Jandls im Jahr 2000 mit dem Dichter zusammengearbeitet hatte, betonte eingangs, dass Jandl nicht einfach zum \u201eskurrilen Witzbold\u201c stilisiert werden d\u00fcrfe. Philosophische, kriegsverarbeitende, politische und humanistische Inhalte seiner Werke machten ihn vielmehr zu einem der \u201ewichtigsten Poeten der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts\u201c. Am knallroten Klavier begleitete er daraufhin das u.f.o. und die Operns\u00e4ngerin Christina Michel, die Jandl auf eindringliche Weise rezitierte und interpretierte. Die Kompositionen Glawischnigs verschmolzen mit der Sprachakrobatik von Christina Michel, wahnwitzige Sprechrhythmen und der effektvolle Einsatz von Lauten und W\u00f6rtern wurden durch die Musik bereichert und verst\u00e4rkt. Die Ausz\u00fcge aus \u201eLaut und Luise\u201c setzten sich zum gro\u00dfen Teil kritisch mit den Themen Tod und Krieg auseinander, wie zum Beispiel in der bekannten Konsonantenohrfeige \u201eschtzngrmm\u201c oder dem gerade noch als Friedenswunsch identifizierbaren \u201efalamaleikum\u201c, was pl\u00f6tzlich zu einem verst\u00f6renden \u201efallnamalsooovielleutum\u201c wird. Mit \u201eAus der K\u00fcrze des Lebens\u201c wurde dann ausgiebig die Dichtkunst aufs Korn genommen. Die Heiterkeit des Lebens spiegelte das Gedicht \u201ediesen tag begehen wir wie einen grund\u201c wider, was durch einen dynamisch aufbauenden und ausnahmsweise tonal eing\u00e4ngigen Walzer eindrucksvoll unterstrichen wurde. Da f\u00fchlte man sich tats\u00e4chlich beschwingt bis zum Rausschmei\u00dfer \u201eSsso!\u201c (\u201eSpruch mit kurzem o\u201c), der mit scharfem Tusch aus den Sitzen scheuchte.<\/p>\n<p>Jandl-Liebhaber Dr. Gerd Gerhardt hatte erst k\u00fcrzlich zu einem Jandl-Vorabend eingeladen. Die musikalische Anreicherung der Texte war f\u00fcr ihn neu, der Abend ein rundum \u201etolles Erlebnis\u201c. Auch Richard Frank, Inhaber des Buchladens Frank und Mitorganisator des Abends, r\u00fchmte die Darbietung als \u201eau\u00dfergew\u00f6hnlich gut\u201c und Glawischnigs Musik als \u201ekongenial\u201c. \u201eIch leite die Musik aus der Struktur des Textes ab\u201c, \u00e4u\u00dferte sich Dieter Glawischnig nach Ende des Konzerts. \u00c4hnliche Gestaltungsprinzipien seien es, die seinen Free Jazz mit der Sprache Jandls verbindet; beispielsweise Motivzerst\u00fcckelung oder das Abweichen von traditionellen Formen. Nicht weniger traut er diesen \u201eWeltbildern in Kompaktform\u201c zu, als \u201eein St\u00fcckchen die Welt zu verbessern\u201c.<\/p>\n<p align=\"right\">\n<p><span style=\"color: #000000;\">Am Anfang war das Wort und dann kam Ernst Jandl<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Aberwitz mit Muthspiel und der U.F.O. Band<\/span><\/p>\n<p>&#8230; Gleicher Start, doch ganz anderes Gl\u00fcck danach mit dem Pianisten Dieter Glawischnig. Der bet\u00f6rte mit dem Essener U.F.O. (unidentified flying orchestra) und der beeindruckenden Rezitatorin Christina Michel durch knackig-raffinierte Arrangements, die grandios &#8211; und bei Jandl politischen Texten h\u00f6chst b\u00f6sartig &#8211; feinen Sprachwitz und jazzige Spielfreude kombinierten. Faszinierend vor allem, wie exakt und doch entspannt das junge Ensemble agierte, fein subtilste Nuancen herausstellte und auch vertrackte Tempiwechsel meisterte.<\/p>\n<p>An diesem Abend sp\u00fcrte wohl jeder der begeisterten Zuh\u00f6rer das ungeheure Potential dieses entdeckungsw\u00fcrdigen, (noch) nur regional bekannten Orchesters, dessen erste CD &#8220;u.f.o.&#8220; gerade auf Green Deer Music erschienen ist.<\/p>\n<p>von Sven Thielmann, WAZ Ausgabe 28.04.2008<\/p>\n<p><a id=\"Anchor-INTERVIEW-14210\" name=\"Anchor-INTERVIEW-14210\"><\/a><span style=\"color: #000000;\">INTERVIEW IM JAZZPODIUM (03\/2008)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Interview im Jazzpodium Ausgabe M\u00e4rz 2008 mit Katrin Scherer und Sven Decker<\/span><\/p>\n<p>Alles begann wie es so oft begann: mit Bodenhaftung in einer klassischen Sch\u00fcler BigBand. In Sven Deckers Fall in der Sch\u00fcler BigBand des Saarlandes. Doch Tenorsaxophonist Decker hat sich hinauskatapultiert aus der sicheren, stark frequentierten Flugspur des herk\u00f6mmlichne Big-Band-Sounds. Hinaus in die unbekannten Weiten des avantgardistischen Klangkosmos. In jener neuen unbekannten Umlaufbahn etablierte Sven Decker einige Fixpunkte. Sein Quartett Feinkost Decker, das preisdotierte Trio Ohne 4 gespielt drei und im Herbst 2005 das Avantgardeorchester U.F.O. (Unidentified Flying Orchestra). Die Mitbegr\u00fcnderin des Orchesters und Kollegin in allen anerden Projekten ist die Saxophonistin, Komponistin und musikalische Partnerin Katrin Scherer. Mit ihr gr\u00fcndete Sven Decker im Fr\u00fchjahr 2007 auch das eigene Label GREEN DEER MUSIC. Seither fliegen sie unbeirrt ihren Kurs, erregen Staunen wo immer sie landen, und begeistern mit ihren zuweilen sperrigen, aber stets ungew\u00f6hnlichen Arrangements, als k\u00e4men sie geradewegs von einem anderen Planeten.<\/p>\n<p>U.F.O. steht f\u00fcr \u201eUnidentifiziertes Fliegendes Orchester&#8220;. Wollt ihr ganz bewusst unidentifiziert bleiben, um in keine Schublade zu geraten?<\/p>\n<p>Nein, uns war einfach wichtig, einen griffigen Begriff zu finden, eing\u00e4ngig und witzig. Wir wollen uns nat\u00fcrlich nicht in eine Schublade stecken lassen, auf jeden Fall aber wollen wir uns von dem Begriff BigBand distanzieren, weil man damit einfach ein bestimmtes Klangbild verbindet.<\/p>\n<p>Wie reagieren denn die Veranstalter auf ein gro\u00dfes Avantgarde-Jazzorchester?<\/p>\n<p>Sven Decker: Uns ist schon klar, dass es schwierig ist f\u00fcr eine 13-k\u00f6pfige Band Konzerte zu bekommen. Es ist finanziell kaum machbar. Katrin und ich wollen nat\u00fcrlich unseren Musiker auch eine anst\u00e4ndige Gage bezahlen. Das Interesse von Seiten der Veranstalter ist gro\u00df. Gerade hier im Ruhrgbiet, weil es etwas vergleichbares nicht gibt, aber die finanzielle Durchf\u00fchrbarkeit ist eben nicht einfach. Haupts\u00e4chlich versuchen wir, mit der Band auf Festivals zu spielen, da die meisten Clubs die finanziellen Mittel nicht haben.<\/p>\n<p>Wodurch kam die Hinwendung zur avantgardistischen Musik?<\/p>\n<p>SD: Es gibt wenige klassische Big Bands, die mir gefallen. An der Hochschule haben wir dann St\u00fccke von Peter Herborn gespielt und die moderne Big-Band-Musik hat mir immer schon besser gefallen, modern Arrangements, die eher auf Solisten zugeschrieben sind. Was ja auch bei uns der Fall ist. Zu U.F.O. hat mich letztlich auch die Suche nach dem anderen Klang gebracht.<\/p>\n<p>Wie stehst du dem klassischen Jazz gegen\u00fcber?<\/p>\n<p>SD: Mein Einstieg in den Jazz war eigentlich der moderne, avantgardistische Jazz. Erst jetzt entdecke ich r\u00fcckblickend die grundlegenden Stilistiken f\u00fcr mich. Wobei ich sagen muss, dass ich Leute wie Eric Dolphy noch immer interessanter finde als John Coltrane.<\/p>\n<p>Katrin, was ist deine Position gegen\u00fcber dem klassischen Jazz?<\/p>\n<p>Katrin Scherer: Bei mir ist die Situation \u00e4hnlich wie bei Sven. Ich bin auch eher mit den zeitgen\u00f6ssischen Musikern in Ber\u00fchrung gekommen. Erst w\u00e4hrend meines Studiums in Amerika habe ich mich intensiv mit der Tradition besch\u00e4ftigt. Heute allerdings befasse ich mich fast noch mehr mit klassicher Musik als mit Jazz.<\/p>\n<p>Flie\u00dft das in deine Kompositionen mit ein?<\/p>\n<p>KS: Das ist eine gute Frage. Ich mag sehr Olivier Messiaen, dessen Kompositionslehre ich ein bisschen studiert habe. Seine Regeln sind schon so etwas wie ein Vorbild f\u00fcr meine eigenen Kompositionen, ich habe deshalb aber kein strenges Konzept nach dem ich ausschlie\u00dflich komponiere.<\/p>\n<p>F\u00fcr keine der verschiedenen Formationen?<\/p>\n<p>KS: Es gibt nat\u00fcrlich schon Unterschiede. Wenn ich f\u00fcr eine kammermusikalische Besetzung schreibe, dann ist der Rahmen nicht so eng, schreibe ich f\u00fcr ein gro\u00dfes Ensemble, dann muss man das schon sehr genau machen, sonst klingt es einfach schlecht. Man muss genau wissen was man tut. Mit Improvisation kann man da nicht so viel entschuldigen.<\/p>\n<p>Wie viel der Kompositionen sind ausnotiert?<\/p>\n<p>KS: Bis auf die Improvisationen eigentlich alles. Bei der gro\u00dfen Besetzung erst recht. Bei einem gro\u00dfen Orchester besteht das Thema nat\u00fcrlich nicht nur aus einer Melodie, sonder auch aus verschiedenen Begleitstimmen und Gegenmelodien, ein ausgearbeiteter, erweiterter Leadsheet-Charakter.<\/p>\n<p>Welche Herangehensweise hast du, Sven beim Komponieren?<\/p>\n<p>SD: Ich bekomme viele Impulse beim Musikh\u00f6ren. Und wahrscheinlich liegt es daran, dass ich auch Schlagzeug spiele, denn f\u00fcr mich ist der Ausgangspunkt immer der Rhythmus, der Groove. Zuerst habe ich eine bestimmte Vorstellung von Groove im Kopf, auf den ein bestimmtes Motiv folgt und dann ist das eigentlich schon die Melodie. Fr\u00fcher habe ich eher nach bestimmten Gem\u00fctsstimmungen geschrieben, aber wenn man viel Musik f\u00fcr viele Besetzungen schreibt, dann ist das t\u00e4gliche Arbeit wie \u00dcben auch, unabh\u00e4ngig von Gef\u00fchlsschwankungen.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, du setzt dich hin, ganz egal, wie es dir geht, und sagst dir: Ich habe zwei, drei Stunden Zeit, jetzt muss geschrieben werden.<\/p>\n<p>SD: Genau so ist es. Man setzt sich hin, reizt es aus so lange es geht und versucht, L\u00f6sungen und Wege zu finden. Manchmal gibt es St\u00fccke, mit denen man sich herumqu\u00e4lt, man schaut, wie es zusammenpassen k\u00f6nnte, und bastelt. ich weiss jedenfalls schon beim Schreiben, wer was spielen soll. Ich versuche auch dem Schlagzeuger, der f\u00fcr mich der wichtigste Mann in der Band ist, zu sagen, wie er spielen soll. Ich weiss wie ich die Soli verteilen m\u00f6chte und versuche, das St\u00fcck daraufhin anzulegen.<\/p>\n<p>Katrin, was machst du anders als Sven?<\/p>\n<p>KS: So gro\u00df ist der Unterschied zwischen Sven und meiner Herangehensweise gar nicht. Ich fange auch erst einmal mit Leadsheets an, schreibe eine Melodie und suche dazu Akkorde und Tonalit\u00e4ten, Basslinien und Rhythmen.<\/p>\n<p>Also f\u00e4ngt alles mit einer Melodie an?<\/p>\n<p>KS: Ja, im einfachsten Sinn schon, die Sache ist aber, beginnt es wirklich mit einer Melodie oder ist ein Intervall wichtig. Es ist nicht wirklich so, dass ich da sitze und mir f\u00e4llt eine Melodie ein, es ist eher sehr viel ausprobieren mit Intervallen, Tonfolgen und Proportionen. Und das f\u00fchrt dann zu einer Melodie. Aber Sven ist beim Komponieren viel melodie- und gef\u00fchlsbetonter, ich bin neutraler, bei mir muss alles eine Erkl\u00e4rung haben, nachvollziehbar sein.<\/p>\n<p>Was ist deine Intention beim Musizieren, Sven?<\/p>\n<p>SD: Ich schreibe und komponiere so, dass jeder Musiker permanent die Musik mitgestaltet. Musik, die in eine bestimmte Richtung geht. Jeder Teilnehmende kennt die Marschrichtung und alle wissen, welches Ziel man erreichen will. Im Prinzip freie Musik mit Vorgaben. F\u00fcr mich ist f\u00fcr die Freie Musik die Komposition der absolute Ausgangspunkt. Sie muss f\u00fcr sich genommen schon aussagekr\u00e4ftig sein. Trotz der Vorgaben gibt es nat\u00fcrlich viel Raum f\u00fcr Improvisation. Es ist Katrin und mir wichtig, mit unseren Bands die heutige Zeit zu repr\u00e4sentieren, so, wie wir sie empfinden, laut, hektisch, schrill und sperrig, zeitgem\u00e4\u00df eben. Um damit auch authentisch zu bleiben.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2007 habt ihr euer eigenes Label GREEN DEER MUSIC gegr\u00fcndet. Weshalb?<\/p>\n<p>KS: Die Gewinnspanne im Bereich zeitgen\u00f6ssischer Jazz ist nicht gerade gro\u00df, und als K\u00fcnstler ist man sowieso immer das letzte Glied in der Kette, auch, wenn man, wie wir bisher, bei JazzHausMusik einen Superdeal hatten. Da man die Musik ja selber schreibt und ohnehin alles am Laufen h\u00e4lt, haben wir den Entschluss gefasst, dass wir auch das noch selber machen wollen. Einen Vertrieb haben wir schon.<\/p>\n<p>Habt ihr den Eindruck, dass es jetzt, mit eigenem Label, besser f\u00fcr euch l\u00e4uft?<\/p>\n<p>KS: Ja, auf jeden Fall. Wir haben alles in der Hand, machen unsere Fehler selbst und stehen selbst daf\u00fcr gerade. Covergestaltung, Homepage, Management, alles wird von uns selber gemacht. Finanziell profitieren wir nat\u00fcrlich mehr von verkauften CDs, Wir k\u00f6nnen so unsere Musik viel intensiver voran bringen. Alles hat mehr Richtung<\/p>\n<p>Text: A. Zeh<br \/>\nerschienen im Jazzpodium (Ausgabe M\u00e4rz 2008)<a href=\"#Anchor-3800\"><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a id=\"Anchor-Feinkost-11481\" name=\"Anchor-Feinkost-11481\"><\/a><span style=\"color: #000000; font-family: Georgia, 'Times New Roman', Times, serif; font-size: medium;\"><strong>Feinkost Decker<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Georgia, 'Times New Roman', Times, serif; font-size: medium;\"><strong>aktuelle Pressestimmen Feinkost Decker &#8222;Second Crack&#8220; (GDM06\/2013) <\/strong><\/span><\/p>\n<p>&#8220; \u201eRuhe! Zur\u00fccklehnen! Aufmerksamkeit, bitte! Sven Decker und Katrin Scherer kreuzen die H\u00f6rner, der eine mit Tenorsaxofon, Klarinette und Bassklarinette, die andere mit Alt- und Baritonsaxofon, Fl\u00f6te und Melodica. Das tun sie immer mal wieder, mit dem Trio Ohne 4 gespielt drei oder dem Sextett The Bliss, doch mit Feinkost Decker ziehen die beiden eine Quersumme ihrer Musik: Feinkost, wie der Name schon sagt, ein Paket von <strong>hochkomprimierten klanglichen Pretiosen<\/strong>. Mal ist es das Miteinander in den zweistimmigen S\u00e4tzen, mal der scharfe Kontrast, mal <strong>die schiere Kraft des Ausdrucks<\/strong> oder der <strong>verschmitzte Humor der Struktur<\/strong>, mal die beiden Bl\u00e4ser und dann wieder die <strong>farbenreiche Basis,<\/strong> die Christoph Hillmann am Schlagzeug und einer afrikanischen Tontrommel und der Kontrabassist Stefan Scheib legen:<br \/>\n\u201eSecond Crack\u201c, das neue Album des Quartetts, <strong>strotzt vor musikalischer Fantasie, \u00fcberraschenden Wendungen und feinsinnigen Nuancen. Zuh\u00f6ren! Genie\u00dfen!\u201c<\/strong><br \/>\n(<strong>Stefan Hentz, Jazzthing April\/ Mai 2013<\/strong>)<\/p>\n<p>&#8220; Zusammen mit seiner musikalischen Dauerpartnerin Katrin Scherer ist der K\u00f6lner Saxofonist Sven Decker in den letzten Jahren vor allem durch das kantige Trio Ohne 4 gespielt 3 bekannt geworden. Sein Quartett Feinkost Decker kommt allein schon durch die Besetzung mit dem Bassisten Stefan Scheib ein wenig konventioneller daher. Vierter Mann ist der Schlagzeuger Christoph Hillmann, der hierzulande zu den gro\u00dfartigsten Vertretern seiner Zunft z\u00e4hlt. Er l\u00e4sst aus seinem Set einen permanenten Fluss entstehen, der die komplexe Musik gleichzeitig erdet und vorantreibt. Die aus Ostafrika stammende Udu-Trommel integriert er umstandslos in sein Spiel.<br \/>\nAn diversen Saxofonen und Klarinetten reiben sich Decker und Scherer unabl\u00e4ssig aneinander, lassen <strong>harte Swing-Attacken<\/strong> im Raum stehen, ranken sich wie im Titelst\u00fcck aneinander empor oder betreiben mit <strong>viel Witz lebendige Klangforschung<\/strong>. Ab und an flicht Katrin Scherer an der Melodica geisterhafte Zwischenwelten ins Material ein. Die neun Kompositionen stammen allesamt aus der Feder von Sven Decker, und sie stecken <strong>voller unerwarteter Wendungen und fintenreicher Dialoge.<\/strong> Herzst\u00fcck des Albums ist das zehnmin\u00fctige \u00bbFlash Point\u00ab, bei dem es trotz gewagter Intervallspr\u00fcnge und<strong> herzerfrischender Improvisationsfreude<\/strong> zwischendurch \u00fcberraschend entspannt zugeht. Der <strong>Abwechslungsreichtum in Instrumentierung und im Zusammenspiel <\/strong>der Akteure ist auf dem ganzen Album so gro\u00df, dass man ein Harmonie-Instrument nie vermisst. Vom tiefen Donnergrollen des Baritonsaxofons bis zu federleichten Fl\u00f6ten- und Klarinettent\u00f6nen reicht die Palette und<strong> macht den Besuch von Feinkost Decker zu einem Erlebnis.&#8220;<br \/>\n(Rolf Thomas, Jazzthetik M\u00e4rz\/ April 2013), 4 Sterne<\/strong><\/p>\n<p>\u201e \u2026 von solcher (intelligenter Improvised Music) ist auch Sven Decker inspiriert, dessen Quartett Feinkost Decker auf der CD \u201eSecond Crack\u201c (GDM06, www.greendeermusic.de) luzide Soundscapes zeichnet, denen das Wechselspiel zweier Holzbl\u00e4ser, offene Strukturen, Christoph Hillmanns filigrane Rhythmen und ausgedehnte Soli eine<strong> faszinierende Ausdruckstiefe <\/strong>geben- Feinkost in Bio- Qualit\u00e4t!\u2026\u201c<br \/>\n<strong>(Sven Thielmann, hifi&amp; records 2\/ 2013)<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWer Delikatessen mag, ist bei Feinkost Decker bestens aufgehoben. Das K\u00f6lner Fachgesch\u00e4ft f\u00fcr <strong>geschmackvolle Soundkreationen<\/strong> und f\u00fcr besonders ausgew\u00e4hlte Gaumenfreuden f\u00fcr das Ohr. Am Hauptherd steht der Saxophonist Sven Decker, dem die Beik\u00f6che Katrin Scherer, Stefan Scheib und Christoph Hillmann nicht den Brei verderben sondern mit eigenen Kreationen gut Schmeckendes aus der K\u00fcche schaffen. Das Quartett strebt einen \u201ekollektiven Bandsound\u201c an, wie es Sven Decker im Booklet formuliert. Dem kann man zustimmen, denn hier kocht selbst der Chef auf gemeinsamer Flamme. Will hei\u00dfen, dass Sven Decker zwar alles komponiert, aber l\u00e4ngst nicht alles nach seiner Facon ausgerichtet hat. Er selbst findet akkurate T\u00f6ne auf der Bassklarinette, die Katrin Scherer insbesondere auf dem Baritonsaxophon kontert, w\u00e4hrend die Rhythmsection mit Bassist Stefan Scheib und Drummer Christoph Hillmann einen wirklich gleich bleibenden und gleich treibenden Grundton serviert. \u201eSecond Crack\u201c ist nicht nur das Nachfolgealbum des unbetitelten Deb\u00fcts von 2007, es markiert auf den zweiten Schlag <strong>ber\u00fchrendes Tonmaterial<\/strong>, das Christoph Hillmann auf der ostafrikanischen Udu- Trommel in exotisches Fahrwasser transportiert. Trotzdem: die Musik von Feinkost Decker bleibt eine westliche Musik, <strong>k\u00f6rnig, locker, wohlschmeckend.\u201c <\/strong><br \/>\n<strong>Klaus H\u00fcbner (Jazzpodium M\u00e4rz 2013)<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIm Verein mit Katrin Scherer (Saxofon), Stefan Scheib (Kontrabass) und Christoph Hillmann (Schlagzeug) kreiert Saxophonist Sven Decker Feinkost f\u00fcr Gourmets eines zeitgem\u00e4\u00df progressiven Jazz.<br \/>\nVor allem besticht, mit welch leichter Hand und \u00dcbersicht hier die unterschiedlichsten, mal auskomponierten, mal improvisierten Zutaten von feinen kammermusikalischen bis hin zu deftigen Aromen zu einem pikanten Men\u00fc verbunden werden. Bei aller Kunstfertigkeit und experimenteller W\u00fcrze ist <strong>sinnenfreudiger H\u00f6rgenuss<\/strong> garantiert.\u201c<br \/>\n<strong>Stefan Uhrmacher (Saarbr\u00fccker Zeitung), 4 Sterne<\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><strong><\/strong><a id=\"Anchor-Ohne-49575\" name=\"Anchor-Ohne-49575\"><\/a><span style=\"color: #000000; font-family: Georgia, 'Times New Roman', Times, serif; font-size: medium;\"><strong>Ohne 4 gespielt drei: Debut (JHM, 2006)<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Georgia, 'Times New Roman', Times, serif; font-size: medium;\"><strong>CD-Besprechung<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #bf3d3d;\"><span style=\"color: #000000;\">von Tobias B\u00f6cker im Jazzpodium 07-08\/2006<\/span><br \/>\n<\/span><br \/>\nOhne 4 gespielt drei: Debut<br \/>\nKeine Schn\u00f6rkel, keine Stilgehorsamkeiten, keine Kompromisse: Wilder &#8220;Pankreas Punk&#8220; und oktoberfestiger &#8220;Fassanstich&#8220;, Zick-Zack durchs improvisatorische Unterholz, in viers\u00e4tziger Suite &#8220;aus der Tiefe des Raumes&#8220; quer durch &#8220;Nordkurve&#8220; und &#8220;Dritte Halbzeit&#8220; bis hin zur &#8220;Well-ness in der Uckermark&#8220;.<\/p>\n<p>Ohne vier zu spielen erfordert im Skat Risikobereitschaft, Selbstbe-wusstsein und ein verflucht gutes Beiblatt. Das bringen sie mit: Katrin Scherer, bs, bcl, as, Sven Decker, ts, bcl, cl, electronics, sowie Bernd Oezsevim, dr, perc, alle drei dem Dunstkreis der Folkwang-Hochschule in Essen entsprossen, lassen in ungew\u00f6hnlichem Trio dem Mut zur Besetzungsl\u00fccke erg\u00f6tzlich freien Lauf, erfreuen durch frische Impro-visationslust, pfiffig ineinander verschlungene Linien, spannende Harmo-nien, kontrastreiche Klangvarianten und eine groovebetont variable rhythmische Gestaltung.<\/p>\n<p>Das alles wirkt bei aller gewieften Komplexit\u00e4t mehr aus dem Bauch als kopfgesteuert und macht deshalb um so mehr Spa\u00df.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">CD-Besprechung von Rolf Thomas in Jazzthetik Mai\/Juni 2006<\/span><\/p>\n<p>Ohne 4 gespielt drei: Debut<\/p>\n<p>K\u00fcrzen wir den Namen dieser Band einfach einmal mit O4G3 ab, um mehr \u00fcber die Musik schreiben zu k\u00f6nnen. Die ist n\u00e4mlich, \u00e4hnlich wie der Bandname, hochoriginell. Ein Trio mit zwei Bl\u00e4sern und einem Schlagzeuger, ohne Bass, ohne Klavier- den Mut muss man erst mal haben. Katrin Scherer, Sven Decker und BerndOezsevim hatten ihn, und zu ihrer originellen, nerv\u00f6sen, zickigen, komplizierten und oft aufregenden Musik passt die unkonventionelle Besetzung wie die Faust aufs Auge.<\/p>\n<p>&#8218;Old School&#8216;, um mal ein willk\u00fcrliches Beispiel herauszugreifen, f\u00e4ngt an, wie es hei\u00dft: Vor einem wenig aufre-geden Schlagzeug-Beat produziert sich in aufreizender L\u00e4ssigkeit eine Bassklarinette. Man ahnt, dass es so nicht weitergehen wird. Und in der Tat: der Ton wird rauer, der Rhythmus bricht ab, minimalistische Phrasen aus dem Zappa-Handbuch wechseln sich mit meditativen Ruhe-pausen ab (nat\u00fcrlich immer viel zu kurz, um allen Ernstes als &#8218;meditativ&#8216; durchgehen zu k\u00f6nnen).<\/p>\n<p>O4G3 spielen, was sie wollen, und sie haben Humor. Darauf deuten Songtitel wie &#8218;Wellness in der Uckermark&#8216; ja schon hin (oder soll Botho Strau\u00df mit dieser Vorstellung gepeinigt werden?), aber auch die Musik steckt voller Witz. der kein feistes Schenkelklatschen ausl\u00f6st, sondern schnell, hell und klar ist. Kurz: Die &#8218;Verweigerung jazzidiomatischer Kate-gorisierbarkeit&#8216; (ist es nicht herrlich, was diesen Infozettelschrei-bern so alles einf\u00e4llt?) gelingt O4G3 in vollen Pracht. Und weil man nie wei\u00df, was als N\u00e4chstes um die Ecke kommt, und weil die Platte Spa\u00df macht, ignorieren wir jetzt einfach mal, dass das bisweilen auch anstrengend zu h\u00f6ren ist. &#8218;Aus der Tiefe des Raumes&#8216; kommt jedenfalls nicht nur G\u00fcnter Netzer &#8211; gerne mehr davon.<\/p>\n<p>von Rolf Thomas Jazzthetik Ausgabe Mai\/Juni 2006<\/p>\n<p align=\"right\">\n<p><span style=\"color: #000000;\">CD-Besprechung in Jazzthing 06-08\/2006<\/span><\/p>\n<p>Ohne 4 gespielt drei: Debut<\/p>\n<p>Nicht nur einen seltsamen Namen hat das Bandprojekt ohne 4 gespielt drei, sondern ist dar\u00fcber hinaus auch ungew\u00f6hnlich besetzt: mit Katrin Scherer und Sven Decker an verschiedenen Klarinetten und Saxophonen und dem Perkussionisten Bernd Oezsevim.<\/p>\n<p>Gleich vorweg: Die drei geh\u00f6ren zu einer Generation junger Musiker, die sich bewu\u00dft einer eindeutigen Kategorisierung entziehen. Auf ihrem schlicht mit &#8218;Debut&#8216; (JazzHausMusik\/NRW) betitelten Album mischt sich collagenartig improvisierte Musik mit zeitgen\u00f6ssischer Avantgarde und Neuer Musik, und sogar elektronische, am Dancefloor orientierte Parts sind nicht zu \u00fcberh\u00f6ren.<\/p>\n<p>&#8220;Wir verwenden Electronik, aber nicht deshalb, weil es seit geraumer Zeit hip&#8220;, so Decker. &#8220;Vielmehr ist sie f\u00fcr uns fast schon so etwas wie ein viertes Bandmitglied.&#8220; Die drei kennen sich seit ihrer Jugend im Saarland, als sie erst zusammen in der Landessch\u00fcler-Big-Band sa\u00dfen und sp\u00e4ter im Landesjugendjazzorchester spielten. W\u00e4hrend des Musikstudiums an der Folkwang Hochschule in Essen wurden sie von ihren Dozenten in dem Wunsch best\u00e4rkt, eigene St\u00fccke zu schreiben und aufzuf\u00fchren. &#8220;F\u00fcr uns ist Authentizit\u00e4t schon immer ein wichtiger Aspekt gewesen&#8220;, meint Decker.<\/p>\n<p>Der Erfolg lie\u00df nicht lange auf sich warten: ohne 4 gespielt drei war zum Beispiel 2005 Preistr\u00e4ger des Wettbewerbs jazzwerkruhr. Aber obwohl die St\u00fccke auf &#8220;Debut&#8220; komplex und technisch anspruchsvoll sind, kommt Humor dabei keineswegs zu kurz: So tr\u00e4gt etwa die Suite von Katrin Scherer den Titel: &#8220; Aus Der Tiefe Des Raumes&#8220; und ist mit ihren vier S\u00e4tzen so etwas wie ein musikalischer Vorgeschmack auf die anstehende Fu\u00dfballweltmeisterschaft hierzulande.<\/p>\n<p>&#8230;und das Trio &#8218;ohne 4 gespielt drei&#8216; , ebenfalls in Essen beheimatet, brillierte auf zwei Blasinstrumenten sowie Schlagzeug und ein wenig Elektronik. Mit fordernden Klangcollagen, krummen Taktspielereien und einem bissigen musikalischen Humor trieben Katrin Scherer, Sven Decker und Bernd Oezsevim dem Jazz jeglichen Staub aus den Rillen&#8230;.<\/p>\n<p>(aus: Westf\u00e4lische Rundschau 12.12.2005)<\/p>\n<p>&#8230; Klang-Alchimisten sind diese drei Jazzer, st\u00e4ndig auf der Suche nach neuen T\u00f6nen in ihren Collagen aus Punk, wilden, expressiven Improvisationen und sanften Balladenmelodien. Humorvoll sind die avantgardistischen Eigenkompositionen, in denen &#8218;Ohne 4 gespielt drei&#8216; elektronische Kl\u00e4nge als Joker einsetzt und mit kanckigen Bl\u00e4ser-Riffs \u00fcber dem Klangteppich des Schlagzeugs trumpft.<\/p>\n<p>&#8218;Zick-Zack&#8216;, so ein Titel der Deb\u00fct-CD, die das jazzwerkruhr mit auf den Weg gebracht hat, spielten sich die Essener durch Modern Jazzstile und karikierten dabei mit viel Witz auch das traditionelle Repertoire von Blasmusikkapellen, in denen die Bl\u00e4ser ihre ersten musikalischen Erfahrungen gesammelt haben&#8230;.<\/p>\n<p>(aus: Ruhr Nachrichten 12.12.2005)<\/p>\n<p>&#8230;Es sind die federnden, oft krummen Rhythmen und die komplexen Harmonien, die, von einer zudem ungew\u00f6hnlichen Instrumentenkombination gespielt, einen Sog erzeugen, der einen packt. Manches beginnt im einvernehmlichen Bl\u00e4serunisono bis sich Saxophone oder Klarinetten einander reiben, aber auch herrlich erg\u00e4nzen&#8230;.( aus: Ruhr Nachrichten Juni 2005)<\/p>\n<p>&#8230; Das Trio z\u00e4hlt zweifelsohne zu den frischesten, frechsten und ungew\u00f6hnlichsten Formationen der aktuellen Ruhrgebietsszene. Mit zweifachem Blaswerk, Schlagzeug und reichlich Elektronikas tasten sie sich in tough geschnittenen Collagen an stilistische Grenzen vor: herbe Dissonanzen schneiden schrullige Polkaseeligkeit, erdige Grooves trffen auf kantige Bl\u00e4serlinien. ohne 4 gespielt drei spielen das Spiel des Jahres&#8230;.. ( aus K.WEST Juni 2005)<\/p>\n<p>&#8230; dass Frauen nicht nur f\u00fcr Gef\u00fchle zust\u00e4ndig sind, bewies die Saxofonistin Katrin Scherer der Band ohne 4 gespielt drei. Souver\u00e4n, extrovertiert und technisch perfekt beherrscht sie die gesamte Palette der Saxofone sowie die Bassklarinette und verbindet diese mit ausgefeilten, lautstarken Effekten. Ihr scheint nichts heilig zu sein: egal ob Schuhplattler oder Marsch, alles endet in den weiten des Free Jazz&#8230; ( aus Jazz Pages 05\/04)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sven Decker\u2018s JULI Quartett &#8222;Lost in Poll&#8220; (GDM11) \u201eUnverhofft kommt oft. Der umtriebige, innovative Saxophonist und Klarinettist Sven Decker ist ein Musiker, der auch den gl\u00fccklichen Zufall beim Schopf zu fassen wei\u00df. Bei Renovierungsarbeiten in einem K\u00f6lner Proberaum lernt er im Juli 2017 die Kollegen Conrad Noll, b, und Jo Beyer, dr, sowie die Kollegin<\/p>\n<div><a class=\"btn-filled btn\" href=\"https:\/\/sven-decker.de\/?page_id=22\" title=\"Presse\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-22","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sven-decker.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/22","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sven-decker.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/sven-decker.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sven-decker.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sven-decker.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=22"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sven-decker.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/22\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":623,"href":"https:\/\/sven-decker.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/22\/revisions\/623"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sven-decker.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=22"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}